Im nachbörslichen Handel sackte die SpaceX-Aktie unmittelbar nach der Vorlage der Quartalszahlen um rund 8 Prozent ab. Gleichzeitig meldete das Unternehmen für das Ende Juni abgeschlossene zweite Quartal einen Umsatz von 7,81 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA kletterte auf 3,5 Milliarden Dollar, während sich der Nettoverlust auf 541 Millionen Dollar verringerte. Anleger honorierten das Wachstum, zeigten sich aber beunruhigt über anhaltende operative Verluste in der Raumfahrt- und der KI-Sparte sowie über hohe Investitionen, die vor Ablauf erster Sperrfristen zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen könnten.

SpaceX präsentierte Zahlen, die in Summe zwei Botschaften transportieren: starkes Umsatzwachstum einerseits, tiefe Verlustlasten und hohe Investitionen andererseits.

Zahlen im Detail

Laut Unternehmensangaben belief sich der Umsatz im zweiten Quartal auf 7,81 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und lag klar über der durchschnittlichen Analystenschätzung von etwa 6,9 Milliarden Dollar. Das bereinigte EBITDA stieg gegenüber dem Vorjahr um 191 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Zugleich verringerte sich der Nettoverlust auf 541 Millionen Dollar, nach rund einer Milliarde Dollar Verlust im Vorjahresquartal.

Die Segmentdaten zeigen ein geteiltes Bild. Allein das Connectivity-Geschäft mit dem Satelliteninternetdienst Starlink erwirtschaftete operativen Gewinn. Starlink setzte laut Unternehmensangaben rund 4,3 Milliarden Dollar um und steigerte den operativen Gewinn auf etwa 1,66 Milliarden Dollar im Jahresvergleich. Die Zahl der Abonnenten wuchs im Quartal von 10,3 Millionen auf rund 12 Millionen. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Umsatz pro Abonnent.

Die Raumfahrtdivision blieb defizitär, mit operativen Verlusten von etwa 542 Millionen Dollar. Die KI-Sparte, in die SpaceX massiv investiert, verbesserte zwar die Erlöse, blieb aber deutlich defizitär und schrieb einen operativen Verlust von rund 1,26 Milliarden Dollar in diesem Quartal.

Laut Der Aktionär investierte SpaceX im zweiten Quartal rund 18,37 Milliarden Dollar, davon rund 15,83 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur.

Die Zahlen folgten dem Rekordbörsengang Mitte Juni. SpaceX gab laut Firmenangaben bei dem Börsengang rund 75 Milliarden Dollar ein, der Emissionspreis lag bei 135 US-Dollar. Die Aktie stieg kurzfristig auf rund 225 Dollar, fiel dann aber wieder unter den Ausgabepreis.

Warum die Aktie fiel

Der Markt honorierte die Topline, monierte jedoch das Geschäftsprofil hinter den Kennzahlen. Erstens: Nur Starlink erzielte operativen Gewinn. Zweitens: Raumfahrt und KI ziehen weiterhin hohe operative Verluste. Drittens: Die Investitionslast ist ungewöhnlich hoch, konkrete Zahlen nennen bis zu 16 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur und insgesamt etwa 18,4 Milliarden Dollar Capex im Quartal. Diese Kombination reduziert kurzfristig die Profitabilität trotz starken Wachstums.

Hinzu kommt die Entwicklung beim ARPU, dem durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer. Dass die Abonnentenzahl auf rund 12 Millionen stieg, aber der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer sank, lässt Zweifel an der Nachhaltigkeit des Umsatzwachstums aufkommen. Management und Vorstand betonten dennoch die langfristige Wachstumsstory, vor allem im KI-Bereich. CEO Elon Musk legte laut Unternehmensangaben ein Umsatzziel von einer Billion Dollar vor, das nun für 2030 anvisiert werde.

Marktakteure wiesen außerdem auf ein technisches Verkaufsrisiko hin: Nach mehreren Berichten beginnen kurz nach der Zahlenvorlage erste Sperrfristen zu enden, was zusätzliches Angebot an Aktien auf den Markt bringen könnte. Dieses Timing erklärt, warum Anleger die starke Topline mit Zurückhaltung beantworteten und den Kurs nachgab.

Kurzfristig bleibt die Stimmung empfindlich. Die Mischung aus hohem Wachstum, fluktuierendem ARPU, andauernden Verlusten in Kernbereichen und starken Capex-Belastungen rechtfertigt die Vorsicht der Anleger, auch wenn die operative Gewinnschwelle in Teilen des Geschäfts bereits erreicht ist.

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Nächster relevanter Termin ist das beginnende Ende der ersten Sperrfristen für frühe Investoren, zwei Tage nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen. Dieses Datum könnte zusätzlichen Verkaufsdruck bringen und bestimmt, ob der Markt das Kursminus der Nachhandelssitzung ausgleicht oder vertieft. Ursprünglich berichtet von heise.de.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.