Sie möchten Ihr Haus in Deutschland 2026 selbst verkaufen und dabei die Maklerprovision sparen? Das ist möglich – erfordert aber gute Vorbereitung und genaue Kenntnisse der Abläufe. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt ohne Makler verkaufen, welche Kosten Sie dabei erwarten und welche Fallstricke Sie umgehen sollten.
Wichtige Fakten und Zahlen zum Hausverkauf ohne Makler in Deutschland 2026
Viele Leute in Deutschland verkaufen ihre Häuser inzwischen selbst, ohne Makler. Das wird immer beliebter. Maklerprovisionen liegen meist zwischen 3 % und 7 % des Kaufpreises, inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer von 19 %. Bei einem Haus im Wert von 400.000 Euro können so schnell Kosten von 12.000 bis 28.000 Euro entstehen, die Sie durch den Verzicht auf einen Makler sparen. Allerdings übernehmen Sie dann sämtliche Aufgaben selbst – angefangen bei der Erstellung eines Exposés über die Organisation von Besichtigungsterminen bis hin zur Vertragsabwicklung und Übergabe.
2026 sieht der Immobilienmarkt in Deutschland für Verkäufer recht gut aus, weil die Zinsen etwas gesunken sind und viele Menschen nach Wohnraum suchen. Die Baufinanzierungszinsen sind gegenüber den Spitzenwerten der letzten Jahre leicht gesunken und liegen aktuell im Durchschnitt bei etwa 3,0 % bis 3,5 % für eine zehnjährige Zinsbindung. Das kurbelt die Kauflaune vieler Interessenten an. Gleichzeitig variiert die Nachfrage regional stark: In Großstädten wie Berlin, München oder Hamburg ist die Nachfrage weiterhin hoch; in ländlichen Gebieten kann der Verkauf sich etwas schwerer gestalten.
Für den Verkaufsprozess sind insbesondere das Grundbuchamt, das Notariat und die Immobilienbewertung zentral. Die Notarkosten für die Beurkundung des Kaufvertrags liegen in der Regel zwischen 1,5 % und 2 % des Kaufpreises. Zusätzlich fällt die Grunderwerbsteuer an, die je nach Bundesland zwischen 3,5 % (z. B. Sachsen) und 6,5 % (z. B. Nordrhein-Westfalen, Brandenburg) variiert. Diese Kosten trägt in der Regel der Käufer, sollten Sie aber im Gespräch berücksichtigen. Ein weiterer Punkt ist die Energieeinsparverordnung (EnEV), die verlangt, dass der Verkäufer dem Käufer einen gültigen Energieausweis vorlegt. Seit 2014 ist der Energieausweis Pflicht bei jedem Verkauf oder jeder Vermietung von Immobilien.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Hausverkauf ohne Makler
1. Marktwert Ihres Hauses ermitteln
Der erste und wichtigste Schritt ist eine realistische Einschätzung des Marktwerts Ihrer Immobilie. Nur mit einem marktgerechten Angebotspreis erhöhen Sie die Chancen auf einen schnellen Verkauf. Nutzen Sie hierfür Online-Bewertungstools von offiziellen Stellen, wie zum Beispiel die Webseite des örtlichen Gutachterausschusses (https://www.gutachterausschuesse.de).
Diese Tools bieten oft eine kostenlose erste Einschätzung basierend auf Vergleichsobjekten in Ihrer Region.
Alternativ empfiehlt es sich, einen unabhängigen Sachverständigen oder Immobiliengutachter zu beauftragen. Die Kosten hierfür liegen meist zwischen 300 und 800 Euro, je nach Umfang und Region. Ein professioneller Gutachter berechnet den Verkehrswert auf Basis von Lage, Zustand, Größe, Baujahr und Ausstattung Ihrer Immobilie. Dieses Gutachten kann auch potenziellen Käufern als belastbare Entscheidungsgrundlage dienen.
2. Alle nötigen Unterlagen zusammenstellen
Um einen reibungslosen Verkaufsprozess zu gewährleisten, sollten Sie alle notwendigen Dokumente und Nachweise frühzeitig bereithalten. Folgende Unterlagen sind wichtig:
- Grundbuchauszug: Dieser darf nicht älter als drei Monate sein und gibt Auskunft über Eigentumsverhältnisse und eingetragene Lasten.
- Grundrisse und Baupläne: Sie helfen dem Käufer, die Raumaufteilung zu verstehen. Fehlen Pläne, kann das den Verkauf erschweren.
- Energieausweis: Seit 2014 Pflicht. Er zeigt den Energieverbrauch oder -bedarf der Immobilie an und muss vor der Besichtigung vorgelegt werden.
- Teilungserklärung: Bei Eigentumswohnungen ist die Teilungserklärung wichtig, um Rechte und Pflichten innerhalb der Wohneigentümergemeinschaft zu klären.
- Protokolle der Eigentümerversammlungen: Diese geben Aufschluss über mögliche zukünftige Kosten oder Sanierungen.
- Nachweise über Renovierungen oder Modernisierungen: Rechnungen und Dokumentationen erhöhen das Vertrauen der Käufer in den Zustand der Immobilie.
Darüber hinaus empfiehlt es sich, eine Übersicht über die laufenden Nebenkosten, Grundsteuer und eventuelle Mietverträge (bei vermieteten Objekten) vorzubereiten. Je vollständiger und transparenter die Unterlagen sind, desto besser.
3. Professionelles Exposé erstellen
Ein ansprechendes Exposé ist das Aushängeschild Ihres Hauses und der Schlüssel, um Interessenten zu gewinnen. Investieren Sie Zeit in eine klare und informative Beschreibung sowie in hochwertige Fotos. Nutzen Sie eine gute Kamera oder engagieren Sie einen professionellen Fotografen, um die Räume ins rechte Licht zu rücken. Achten Sie auf saubere, aufgeräumte Räume ohne zu viele persönliche Gegenstände.
Das Exposé sollte enthalten:
- Eine detaillierte Beschreibung der Immobilie (Baujahr, Wohnfläche, Grundstücksgröße, Ausstattung)
- Informationen zur Lage (Infrastruktur, Verkehrsanbindung, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten)
- Besonderheiten wie Garten, Balkon, Garage oder Keller
- Angaben zu Zustand und Renovierungen
- Kontaktinformationen und Verfügbarkeit für Besichtigungen
Darüber hinaus können Sie Grundrisse und den Energieausweis als Anlage beifügen. Vermeiden Sie Übertreibungen und bleiben Sie transparent, um spätere Probleme zu vermeiden.
4. Verkaufsplattformen und Vermarktung
Um Käufer zu finden, sollten Sie Ihr Haus auf mehreren Plattformen inserieren. Die bekanntesten Portale sind ImmobilienScout24 (https://www.immobilienscout24.de), Immonet (https://www.immonet.de) und Immowelt (https://www.immowelt.de). Die Preise für private Inserate liegen meist zwischen 30 und 100 Euro pro Anzeige, abhängig von Laufzeit und Zusatzleistungen.
Zusätzlich können Sie lokale Zeitungen nutzen oder Aushänge in der Nachbarschaft anbringen. Social Media Kanäle wie Facebook bieten ebenfalls Möglichkeiten, kurzfristig Interessenten zu erreichen.
Organisieren Sie Besichtigungstermine sorgfältig, planen Sie genügend Zeit ein und bereiten Sie Antworten auf häufige Fragen vor. Ein professionelles Auftreten erhöht die Chancen auf einen erfolgreichen Verkauf.
5. Kaufverhandlung und rechtliche Abwicklung
Verhandeln Sie den Preis mit den Interessenten selbst. Bereiten Sie sich auf Preisverhandlungen vor und legen Sie vorab Ihre Schmerzgrenze fest. Lassen Sie sich eine Anzahlung zusichern, um die Ernsthaftigkeit des Käufers zu prüfen.
Für den Kaufvertrag ist ein Notar zwingend erforderlich. In Deutschland kann der Vertrag nur durch einen Notar beurkundet werden. Die Kosten hierfür liegen bei etwa 1,5 % bis 2 % des Kaufpreises. Sie können einen Notar Ihrer Wahl beauftragen oder gemeinsam mit dem Käufer einen finden. Der Notar kümmert sich auch um die Eintragung im Grundbuch und die Abwicklung der Grunderwerbsteuer.
Nach Beurkundung des Kaufvertrags hat der Käufer in der Regel vier Wochen Zeit, um den Kaufpreis zu zahlen. Erst danach erfolgt die Übergabe der Immobilie und die Umschreibung im Grundbuch.
Der Verkauf Ihres Hauses ohne Makler in Deutschland 2026 ist machbar – und spart oft hohe Provisionen. Sie müssen aber bereit sein, Zeit und Mühe in die Vorbereitung, Vermarktung und Verhandlung zu investieren. Mit einer realistischen Preiseinschätzung, vollständigen Unterlagen und einem professionellen Auftritt erhöhen Sie Ihre Chancen deutlich. Denken Sie daran, dass der Notar die rechtlich sichere Abwicklung übernimmt und Sie sich so vor Fehlern schützen. Die aktuelle Marktlage mit moderaten Zinsen spricht für Verkäufer, doch regionale Unterschiede bleiben bestehen. Wer sorgfältig plant, kann den Verkauf erfolgreich und kostensparend selbst durchführen.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.