Szene im Handelsraum der Frankfurter Börse, Händler starrten am Mittwoch gebannt auf die Kursbildschirme. Am 8. Juli sicherte sich UniCredit demnach 47,6 Prozent der Commerzbank-Aktien, nachdem das Angebot eine zusätzliche Bindungsquote von 17,6 Prozent eingebracht hatte, laut Reuters. Die Erhöhung von zuvor 26,7 Prozent bringt die Mailänder Bank dicht an die Schwelle zur formellen Kontrolle, zugleich signalisieren Regierung, Arbeitnehmer und Aufseher Widerstand. Entscheidend bleibt nun, ob UniCredit den Anteil über 50 Prozent hebt und wie die Europäische Zentralbank sowie die deutschen Gremien reagieren.
Im Handelsraum der Frankfurter Börse hielten viele Händler den Blick an den Bildschirmen, als die Zahlen hereinkamen. Aber UniCredit erhöhte ihren direkten Anteil an der Commerzbank von 26,7 Prozent auf 47,6 Prozent, laut Reuters am 8. Juli. Diese Veränderung stammt aus dem erfolgreichen Annahmezeitraum des Angebots, das eine zusätzliche Bindungsquote von 17,6 Prozent erzeugte.
Die zahlen und ihre politische Wirkung
Die 47,6 Prozent sind nahe an der Mehrheit, aber noch nicht genug für die volle formale Kontrolle nach deutschem Recht. UniCredit hat nach eigener Darstellung über Derivate und Kaufoptionen Zugang zu weiteren Stimmrechten, so dass sie auf etwas mehr als 47 Prozent kommen kann. Commerzbank wies zugleich am 8. Juli darauf hin, dass weniger als 2 Prozent der institutionellen und privaten Anleger das Angebot angenommen hätten, und bewertete dies als Beleg für die geringe Attraktivität der Offerte.
Der Staat ist mit rund 12 Prozent immer noch einer der größten Aktionäre seit der Staatshilfe 2009. Das macht eine Übernahme politisch und rechtlich heikler. Das deutsche Finanzministerium kritisierte UniCredits Vorgehen als „aggressiv und feindselig“, eine Formulierung, die die Sensibilität der Regierung gegenüber einem Eigentümerwechsel unterstreicht.
Arbeitnehmervertreter und die Belegschaft lehnen UniCredit deutlich ab. In einer am 9. Juli verbreiteten Botschaft des Betriebsrats hieß es: „Wir weder wollen noch brauchen UniCredit“, womit die Belegschaft ihre Ablehnung klar machte. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp wandte sich in einem internen Video an die Mitarbeiter und forderte Ruhe.
Die Debatte dreht sich stark um Stellenabbau und Einsparungen. Commerzbank-Management rechnete in internen Szenarien mit bis zu 11.000 möglichen Stellenstreichungen. Der Betriebsrat nannte eine mögliche Zahl von 23.000. UniCredit selbst sprach von rund 7.000 Streichungen, viele davon in zentralen Funktionen.
Zum Vergleich: Die Commerzbank beschäftigt etwa 38.000 Vollzeitkräfte und hatte bereits in den vergangenen Jahren Personalrunden durchgeführt, darunter 3.000 Stellen Anfang dieses Jahres und 10.000 im Rahmen eines Deals 2021.
Aufsichtsratsstruktur und Stimmrechte sind ein weiterer Knackpunkt. Unter deutschem Aufsichtsrecht würde eine formelle Mehrheit UniCredit die Möglichkeit geben, alle von Aktionären bestimmten Sitze im Aufsichtsrat zu besetzen.
Arbeitnehmervertreter nehmen die Hälfte der Sitze ein, und der Sanierungsvertrag von 2009 sichert dem Staat zwei Sitze, was die Machtbalance kompliziert. Experten wiesen zudem darauf hin, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats, derzeit der ehemalige Bundesbankpräsident Jens Weidmann, bei Stimmgleichstand eine doppelte Zählung bringt.
Regulatorisch ist offen, wie die Europäische Zentralbank und gegebenenfalls EU-Wettbewerbshüter entscheiden. UniCredit erwartet, dass die EZB feststellen wird, dass die Bank de facto die Kontrolle innehat, wie Reuters am 8. Juli berichtete. Ob die EZB formell eine Kontrollfeststellung trifft und ob Wettbewerbshüter oder andere Aufsichtsorgane zustimmen, ist unklar. Beide Banken lieferten wiederholt unterschiedliche Darstellungen zu den Daten des Tender zum 3. Juli, dem Umfang der angenommenen Papiere und der Zusammensetzung der gehaltenen Instrumente, was die nächsten Schritte komplex macht.
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Der nächste konkrete Schritt liegt bei UniCredit-Chef Andrea Orcel: Er muss entscheiden, ob der Anteil auf über 50 Prozent aufgestockt wird, um formelle Kontrollrechte zu erlangen. Zugleich bleibt offen, ob die EZB eine Kontrollfeststellung trifft, beides wird die künftige Eigentümerstruktur und mögliche Personalentscheidungen bestimmen.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.