Im Foyer des Finanzministeriums in Berlin scrollt eine junge Angestellte ihre Wertpapier-App, während die Regierung die Details des neuen Altersvorsorgedepots finalisiert. Der Staat fördert künftig private Einzahlungen mit bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr, wenn Sparer jährlich 1.800 Euro einzahlen. Das Produkt, gedacht als Nachfolger der weitgehend gescheiterten Riester-Rente, soll am 1. Januar 2027 starten und erlaubt direkte Anlagen in ETFs, Fonds und ausgewählte Wertpapiere statt teurer Versicherungsmäntel. Die Einzahlungen werden in der Ansparphase steuerlich privilegiert behandelt, Auszahlungen werden erst in der Auszahlungsphase besteuert.

An einem Schreibtisch in einem Berliner Finanzverlag blättert eine Redakteurin durch die Produktbeschreibungen und Ratgebertexte, die das neue Modell erklären. Die Förderstruktur ist klar gestaffelt: Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt es 50 Cent pro Euro, also 180 Euro; auf die nächsten 1.440 Euro folgen 25 Cent pro Euro, also 360 Euro. Zusammen ergibt das bei 1.800 Euro Eigenbeitrag die maximale Grundzulage von 540 Euro. Ergänzend sind eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind sowie Sonderboni für junge Sparer, Geringverdiener und erstmals auch für Selbstständige vorgesehen.

Steuerlich und organisatorisch weicht das Depot deutlich von Riester ab. Nach den verfügbaren Darstellungen werden Einzahlungen in der Ansparphase steuerlich begünstigt und Kapitalerträge dort zunächst nicht fällig. In der Auszahlungsphase, so die Entwürfe, werden Auszahlungen entweder als befristeter Auszahlplan oder als lebenslange Rente ausgestaltet und dann besteuert. Aber Das Gesetzespaket sieht eine Positivliste erlaubter Anlageprodukte, Vorgaben zur Zertifizierung von Altersvorsorgeverträgen und ein vom Gesetzgeber zertifiziertes Standarddepot vor, das als vereinfachte öffentliche Option angeboten werden soll. Gleichzeitig sollen private Anbieter das Produkt am Markt vertreiben.

Das vom Gesetzgeber vorgesehene Standarddepot soll eine gesetzlich zertifizierte, vereinfachte Option bieten. Begleittexte nennen eine Positivliste erlaubter ETFs, Fonds und Wertpapiere und Regeln zur Zertifizierung, um Angebot und Risiken zu begrenzen.

Privatanbieter sollen das neue Produkt parallel am Markt vertreiben, so dass Auswahl und Wettbewerb erhalten bleiben. Das Paket versucht damit, mehr Marktanteile für Aktienanlagen zu gewinnen, ohne die gesamte Vorsorge durch Garantieversprechen abzudecken.

Die Reform verlagert mehr Risiko auf die Einzelnen. Anders als bei der Riester-Garantie gibt es verschiedene Garantieoptionen bis hin zur Option "keine Garantie", sodass Anleger Kursverluste tragen können. Kritiker warnen, die Vielfalt an Garantieoptionen könne viele Sparer überfordern und soziale Ungleichheiten nicht automatisch beheben. Zugleich lobt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management, in einem Finanzformat, das Altersvorsorgedepot löse das Renditebegrenzungsproblem der Riester-Rente und mache das Produkt attraktiver für Anleger.

Das heißt: Wer höhere Renditen anstrebt, übernimmt mehr Marktrisiko und muss Anlageentscheidungen treffen.

Ratgeber verweisen auf historische Renditen als Argument: Demnach lagen Aktienrenditen im Schnitt bei 7 bis 8 Prozent, gegenüber rund 2 Prozent bei klassischen Riester-Verträgen. Genau daran knüpft das Ziel der Regierung an, die 'Aktienkultur' zu stärken und langfristig höhere Renditen zu ermöglichen. Das bringt Chancen für Anleger, aber auch die Gefahr größerer Verluste in schwachen Börsenzeiten.

Klar identifizierte Zielgruppen sind Haushalte mit Kindern, junge Einzahler und Selbstständige. Organisatorisch tritt das Altersvorsorgedepot als Baustein neben weiteren Reformen der Alterssicherung auf: Parallel hatten Rentenanpassungen zum 1. Juli 2026 die gesetzlichen Renten um 4,24 Prozent erhöht, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mitteilte.

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Der amtlich genannte Marktstart ist der 1. Januar 2027. Ursprünglich berichtet von finanzen.net.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.