181 neue Serienmodelle und 71 Konzeptfahrzeuge stehen im Mittelpunkt der Automesse in Peking — ein Aufmarsch chinesischer Hersteller, der Mercedes, Volkswagen und BMW bei Preisen sowie bei Software‑ und Batteriekompetenz unter Druck setzt. Marken wie Geely (mit Zeekr), Nio und BYD zeigen preislich attraktive Elektro‑SUV und Limousinen und setzen verstärkt auf integrierte Softwarefunktionen und Reichweite.
Marktauftritt in Peking Die Automesse in Peking wird zur Bühne für einen offenen Angriff chinesischer Hersteller auf die bisherige Dominanz westlicher Marken. Nach Angaben des Branchenverbands werden 181 neue Serienmodelle präsentiert; dazu kommen 71 Konzeptfahrzeuge. Cui Dongshu, Generalsekretär des chinesischen Branchenverbands, nannte diese Zahlen als Rahmen für den Messeauftritt. Bereits im Vorfeld zeigten Hersteller wie Geely und Nio konkrete Produkte und Vergleiche: Zeekr, eine Marke aus dem Geely-Konzern, stellt mit dem 8X ein großes SUV vor, das in einem Vergleichsvideo gegen einen Porsche Cayenne und einen BMW X5M antreten soll. Der Startpreis für den Zeekr 8X liegt laut Präsentation bei rund 53.000 US-Dollar; die Vergleichsmodelle wurden in den präsentierten Zahlen mit rund 135.000 beziehungsweise 205.000 US-Dollar angegeben. Die Messe ist damit nicht nur eine Produktschau, sie ist auch ein Signal. Hersteller setzen verstärkt auf Reichweite, integrierte Softwarefunktionen und umfangreiche Ausstattungspakete, die laut Branchenbeobachtern das klassische Wettbewerbsfeld verschieben. Neue Wettbewerbslinie: Preis trifft Ausstattung „Der Preiskrieg ist in einen Wettstreit darüber übergegangen, was man für das Geld bekommen kann“, sagte Bo Yu, China-Experte bei der Beratungsgesellschaft Jato Dynamics. Chinesische Hersteller treiben nicht nur die Preise nach unten; sie bündeln Batterie- und Softwareentwicklung mit attraktiver Ausstattung, um Kaufentscheidungen zu beeinflussen. Elektrofahrzeuge (BEV) werden nicht mehr nur über Reichweite bewertet, sondern über integrierte Software, Assistenzsysteme und Nutzererlebnis. In diesem Feld werden Marken wie BYD in mehreren Quellen als wichtige Akteure genannt. Frank Schwope, Berater und Lehrbeauftragter an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln, sagt, in China könne man viel schneller eine Premiummarke aufbauen als im Westen. „Das Geschäftsmodell von Mercedes, Porsche und BMW wird zerlegt“, so Schwope. Seine Aussage fasst zusammen, was sich viele Marktteilnehmer erwarten: Die klassische Trennung zwischen Massen- und Premiummarken verliert an Geltung, wenn Ausstattung und Software die Kaufentscheidung prägen. Was deutsche Hersteller verlieren Volkswagen, BMW und Mercedes hatten den chinesischen Markt über Jahrzehnte geprägt. Beobachter erinnern an den ersten Messeauftritt von Volkswagen in Shanghai 1985, als Besucher deutsche Produktbroschüren und fabriksseitige Qualität bewunderten. Heute ist dieses Imageszenario laut den zitierten Stimmen ins Wanken geraten. Im Elektrozeitalter spielen traditionelle deutsche Stärken wie Motorenbau eine geringere Rolle. Software, Batterien und die Kombination beider Felder gewinnen an Gewicht — genau dort bauen chinesische Hersteller ihre Vorteile aus: moderne Batterietechnik, integrierte Software und niedrigere Preise. Hinzu kommt ein nationaler Präferenztrend, der in der Branche genannt wird. In Verbindung mit schnellem Marktausbau kann das zu Marktanteilsverlusten westlicher Hersteller führen. Für die Konzerne heißt das: Sie müssen Produktkosten senken und zugleich ihre Software‑ und Batteriefähigkeiten beschleunigt ausbauen.Related Articles
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„Das ist der neue König der Straße“, sagte Gan Jiayue, Geely-Chef.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.