Hamburg zieht seine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele zurück, nachdem 54,9 Prozent der Abstimmenden am 31. Mai 2026 gegen das Projekt votierten. 357.911 Wählerinnen und Wähler gaben ein Nein, 293.819 ein Ja; die Gesamtbeteiligung lag bei 651.730 Personen. Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) kündigte den Rückzug an und sagte: "Auch ich bedaure das Votum sehr." Der Deutsche Olympische Sportbund will zu einem späteren Zeitpunkt über eine mögliche deutsche Kandidatur entscheiden.

Die Folge: Hamburg zog die Bewerbung offiziell zurück, nachdem die Auszählung der Stimmen am Abend um 20:31 Uhr abgeschlossen war. Die knappe, aber klare Ablehnung bedeutet, dass die Stadt aus dem laufenden Bewerbungsverfahren ausscheidet und der Deutsche Olympische Sportbund mit den übrigen Bewerberinnen und Bewerbern weiterverfahren wird.

Wie das Ergebnis zustande kam

Das Abstimmungsergebnis verteilte sich auf 357.911 Nein-Stimmen, das sind 54,9 Prozent, und 293.819 Ja-Stimmen, entsprechend 45,1 Prozent. Formal wäre für einen Erfolg der Bürgerinitiative nicht nur eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen nötig gewesen, sondern zudem mindestens 20 Prozent der Stimmberechtigten mit Ja. Nach den Regeln hätte die Initiative daher sowohl mehr Ja- als auch mindestens 262.609 Ja-Stimmen erzielen müssen. Mit 293.819 Ja-Stimmen lag sie über dieser Quorumschwelle, nicht aber über der Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Die Briefwahl hatte bereits im Vorfeld eine hohe Beteiligung gezeigt. Insgesamt beteiligten sich 651.730 Hamburgerinnen und Hamburger am Referendum, die Auszählung war am Abend des 31. Mai abgeschlossen und damit frühzeitig verfügbar.

Reaktionen aus Politik und Zivilgesellschaft

Erster Bürgermeister Peter Tschentscher nahm das Ergebnis zur Kenntnis und kündigte den Rückzug der Bewerbung an. Er sagte: "Auch ich bedaure das Votum sehr." Damit zieht die Stadtverwaltung die im Bewerbungsprozess bereits eingereichten Unterlagen und Pläne zurück und beendet die Debatte um eine mögliche Hamburger Kandidatur.

Die Bürgerinitiative "NOlympia" begrüßte das Ergebnis und verwies auf zentrale Kritikpunkte, die sie während des Abstimmungskampfs vorgebracht hatte. Nach ihrer Darstellung habe das Versprechen des Senats sowie das vorgestellte Finanzkonzept zentrale Kosten nicht ausreichend berücksichtigt, etwa Sicherheitsausgaben und die Finanzierung eines Leichtathletikstadions.

Diese Punkte hätten viele Unentschlossene überzeugt, gegen die Bewerbung zu stimmen.

Zum Vergleich: Beim früheren Referendum 2015 hatten 51,6 Prozent der Stimmberechtigten eine Bewerbung bereits abgelehnt. Die Wahlbeteiligung bei dieser Abstimmung lag damals bei 50,2 Prozent. Das Ergebnis von 2026 fällt damit noch eindeutiger aus, obwohl die formalen Quorumsvoraussetzungen teilweise erfüllt waren.

Der Deutsche Olympische Sportbund bestätigte nach dem Hamburger Votum, dass das Verfahren mit den verbleibenden Bewerberinnen und Bewerbern fortgesetzt wird. Für das Gesamtverfahren ist relevant, dass die Stadt Kiel, vorgesehen als Segelstandort bei einer deutschen Kandidatur, in einer eigenen Bürgerbefragung eine Empfehlung für die Mitwirkung ausgesprochen hatte. Kiel bleibt damit formal mit an Bord, obwohl Hamburg nun den zentralen Antrag zurückzieht.

Das vorläufige Endergebnis des Hamburger Referendums wurde vom Landeswahlleiter verkündet; das amtliche Endergebnis soll spätestens am 25. Juni 2026 vorliegen. Der 26. September 2026 gilt als nächster klarer Entscheidungstermin im Bewerbungsprozess, wenn die Mitgliederversammlung des DOSB über die deutsche Kandidatur beraten und abstimmen wird.

Die Abstimmung hat den Bewerbungsprozess in Deutschland neu geordnet: Hamburgs Rückzug reduziert die Zahl der möglichen Gastgeberstädte und verschiebt den Fokus auf verbliebene Regionen und deren Bereitschaft, Teile der Infrastruktur zu tragen. Für Kommunalpolitik und Sportverbände bedeutet das Ergebnis, bestehende Finanz- und Sicherheitspläne neu zu bewerten oder andere Träger für große Sportinfrastrukturprojekte zu finden.

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Nächster fester Termin im Prozess ist eine DOSB-Mitgliederversammlung, bei der die verbleibenden Bewerber und die Frage einer deutschen Kandidatur beraten und beschlossen werden sollen.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.