Nach Angriffen iranischer Kräfte auf Aluminiumproduzenten am Persischen Golf ziehen die Preise für das Leichtmetall stark an. Gleichzeitig sorgt der Konflikt im Nahen Osten für einen spürbaren Preisschub bei Energie und treibt die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren.

Angriffe auf Aluminiumproduzenten verschärfen Lieferengpässe

Am vergangenen Wochenende hat der Iran mit Drohnen- und Raketenangriffen gezielt Aluminiumhütten im Persischen Golf getroffen. Betroffen sind vor allem die Anlagen von Bahrain Aluminium und Emirates Global Aluminium, zwei der größten Produzenten der Region. Beide meldeten erhebliche Schäden, die die Produktion beeinträchtigen könnten. Experten von ING Economics warnen vor möglichen Lieferausfällen, die selbst bei einer Beruhigung der Lage anhalten könnten.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, die Angriffe seien Vergeltungsmaßnahmen gegen US-amerikanisch-israelische Militäroperationen im Iran. Die Region um den Persischen Golf steuert rund neun Prozent der weltweiten Aluminiumproduktion bei – ein Anteil, der in der derzeit angespannten Versorgungslage besonders ins Gewicht fällt.

Bereits vor den Angriffen war das Angebot knapp. Das Leichtmetall und wichtige Vorprodukte werden häufig über die Straße von Hormus transportiert, deren faktische Sperrung durch den Iran den Handel erschwert. Das hat zu Produktionskürzungen in mehreren Hütten weltweit geführt. Die weltweiten Lagerbestände von Aluminium gelten derzeit als sehr niedrig, sodass der Markt kaum Puffer gegen weitere Störungen bietet.

Preise steigen – und die Industrie spürt die Folgen

Die Aluminiumpreise an der London Metal Exchange (LME) schossen am Montag um mehr als vier Prozent nach oben und erreichten 3.423 US-Dollar pro Tonne. Seit Beginn des Iran-Krieges sind die Preise um über neun Prozent gestiegen. Das belastet vor allem Industriezweige, die auf Aluminium als Werkstoff angewiesen sind.

Dazu zählen die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie die Herstellung von Fahrzeugen und Elektronik.

Airbus und Boeing zählen zu den großen Abnehmern des Metalls aus dem Golf. Die steigenden Kosten könnten sich auf die Produktion und damit auf Lieferketten auswirken. Zudem wächst die Nachfrage nach Aluminium weltweit um etwa sechs Prozent pro Jahr, unter anderem durch die Energiewende und den Ausbau von Rechenzentren. China bleibt der größte Produzent und Verbraucher des silbrigen Leichtmetalls.

Inflation in Deutschland erreicht höchsten Stand seit 2024

Auch auf den deutschen Märkten spürt man die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges. Im März stieg die Inflationsrate auf 2,7 Prozent – den höchsten Wert seit Januar 2024. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Vergleich zum Februar mit 1,9 Prozent bedeutet das einen deutlichen Sprung. Der Preisanstieg ist vor allem auf stark gestiegene Energiepreise zurückzuführen.

Laut Michael Heise, Chefvolkswirt beim Vermögensverwalter HQ Trust, haben Heizöl- und Kraftstoffpreise den größten Einfluss auf die Verbraucherpreise. Die Kosten für Strom und Gas dürften mit Verzögerung noch weiter steigen. Im März verteuerten sich Energieprodukte um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat – der erste Anstieg seit Dezember 2023.

Auch Dienstleistungen wie Restaurantbesuche und Reisen wurden um 3,2 Prozent teurer, Lebensmittelpreise stiegen moderat um 0,9 Prozent. Gegenüber dem Vormonat Februar lagen die Verbraucherpreise insgesamt um 1,1 Prozent höher.

Wachsende Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung

Experten warnen, dass das nur der Anfang sein könnte. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, sieht die Gefahr, dass die höheren Energiekosten sich in den kommenden Monaten durch die gesamte Wertschöpfungskette ziehen, sofern der Konflikt nicht schnell beigelegt wird.

Vor dem Ausbruch des Iran-Krieges hatten Ökonomen eine Inflationsrate von knapp über zwei Prozent für 2026 erwartet. Diese Prognosen gelten nun als überholt. Die Deutsche Bank rechnet mit einem Jahresschnitt von 2,7 Prozent, und die Bundesbank warnt, die Inflationsrate könnte bald Richtung drei Prozent steigen.

Der Iran hat de facto die Straße von Hormus blockiert, über die ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert wird. Dadurch hält sich der Preis für ein Fass Brent-Rohöl stabil über 100 US-Dollar.

Die Folgen spüren auch Autofahrer in Deutschland: Die Preise für Benzin und Diesel liegen inzwischen bei über zwei Euro pro Liter. Gas- und Strompreise haben sich ebenfalls deutlich erhöht, vor allem für Neukunden.

Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, betont, dass der starke Inflationsanstieg fast ausschließlich auf die Energiepreise zurückzuführen ist. Die Inflationsrate ohne Energie und Lebensmittel blieb unverändert. Dennoch wächst die Sorge, dass der Energiepreisschock sich bald auch auf andere Bereiche der Wirtschaft auswirken könnte.

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Der Iran-Krieg löst eine Kettenreaktion aus: Angriffe auf Aluminiumproduzenten verschärfen die Rohstoffknappheit, und die steigenden Energiepreise treiben die Inflation und Kosten in Deutschland nach oben. Es ist unklar, ob sich die Lage bald beruhigt. Viele Unternehmen bereiten sich deshalb schon auf längere Unsicherheiten vor.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.