Fast 2.000 Menschen zahlten in Lausanne knapp 100 Euro Eintritt für ein Solidaritätskonzert zugunsten der Opfer der Brandkatastrophe von Crans‑Montana — und hörten Angehörige, darunter Hugues Blatti, die Behörden öffentlich scharf kritisieren. Neben der Spendensammlung bot die Veranstaltung den Familien eine Bühne, um Einzelschicksale zu schildern und konkrete Unterstützungsforderungen zu formulieren.

Das Konzert in Lausanne

Fast 2.000 Menschen kamen in die Salle de Spectacles in Lausanne, um an dem Gedenk- und Solidaritätskonzert teilzunehmen. Der Eintritt betrug knapp 100 Euro pro Person; die Einnahmen sollten Opfern und Angehörigen zugutekommen. Die Veranstaltung bot Raum für Reden, Musik und kollektive Trauer. Ein Chanson mit dem Refrain „Die Erwachsenen haben versagt“ wurde Teil des Programms und wiederkehrend vorgetragen.

Die Teilnehmenden reichten von Familien und Freunden der Opfer bis zu Menschen, die ein Zeichen setzen wollten. Solche persönlichen Gesten bildeten den Kern des Abends – Gedenken und praktische Solidarität zugleich.

Überlebende, Familien und ihre Lage

Die Veranstaltung rückte konkrete Einzelschicksale in den Mittelpunkt. Hugues Blatti, Vater von Luka, berichtete auf der Bühne von der Nacht des Infernos in der Bar Le Constellation an Silvester. Sein Sohn war mit zwölf Freunden in der Bar; sechs von ihnen kamen ums Leben, Luka überlebte schwer verletzt.

Zweieinhalb Monate lag Luka im Koma auf der Intensivstation und wird weiterhin im Universitätsspital Lausanne behandelt. Nach Angaben von Blatti sind 60 Prozent seiner Hautoberfläche verbrannt. Er wird zwei- bis dreimal wöchentlich operiert und muss das Laufen neu erlernen.

Die Familie beschreibt den langen Weg zurück ins Leben und den enormen Zeitaufwand für Pflege und Arzttermine. Die medizinischen Folgen haben zudem unmittelbare soziale und ökonomische Konsequenzen: Die Eltern können kaum noch arbeiten und verbringen die meiste Zeit im Krankenhaus. Das Konzert sollte helfen, kurzfristig finanzielle Unterstützung zu mobilisieren.

Konkrete Forderungen und Kritik an Behörden

Neben dem Gedenken äußerten Angehörige scharfe Kritik an staatlichen Stellen. Blatti sagte, seine Familie fühle sich von Gemeinde, Kanton und Bund alleingelassen; es fehle an Kontaktaufnahme und Verantwortungsübernahme. Diese öffentliche Klage war ein zentrales Element des Abends und brachte Forderungen nach besserer Unterstützung auf politischer Ebene zur Sprache.

Ein weiterer Streitpunkt betrifft Lukas Ausbildung: Er stand kurz vor dem Abschluss einer kaufmännischen Lehre und hatte fünf von sechs Semestern mit guten Noten absolviert. Zunächst sei eine Ausnahme in Aussicht gestellt worden, später habe die Familie jedoch erfahren, dass keine Anerkennung vorgesehen sei, sodass Luka ohne Diplom dastehe. Ohne Abschluss würden sich seine beruflichen Perspektiven verschlechtern und der Bedarf an Unterstützungsmaßnahmen steigen.

Finanzielle Hilfen und Lücken

Der Kanton Wallis überweist den Opferfamilien laut Angaben an dem Abend eine Pauschale von 10.000 Franken. Familien wie die von Blatti sehen diese Zahlung als erste Maßnahme an, bewerten sie aber als unzureichend angesichts laufender Behandlungskosten, Einkommensverluste und langfristiger Reha-Bedürfnisse. Das Konzert sammelte zusätzliche Mittel und machte die Frage nach weitergehender, struktureller Hilfe deutlich.

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Der Kanton Wallis hat allen Opferfamilien eine Einmalzahlung von 10.000 Franken überwiesen.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.