Seit dem 10. Oktober 2025 gilt eine brüchige Waffenruhe im Gazastreifen.

Stillstand nach der Waffenruhe

Die Phase nach dem 10. Oktober 2025 sollte Ruhe bringen. Stattdessen herrscht Stillstand. Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas kommen kaum voran, und die Vereinbarungen der ersten Waffenruhephase sind weit davon entfernt, umgesetzt zu werden.

Die Lage ist komplex. Israel fordert die Entwaffnung der Hamas, die palästinensische Seite verlangt Sicherheitsgarantien und klare Verwaltungsregeln für Gaza — genau an diesen Punkten stocken die Gespräche.

Eine Delegation der Hamas reiste zuletzt nach Kairo, um mit ägyptischen Vermittlern über offene Punkte zu sprechen. Ziel sind vor allem die ungelösten Fragen aus der ersten Phase des Waffenstillstands, aber es gibt kaum Fortschritte in Richtung einer zweiten, endgültigen Phase. Die Vermittlungsbemühungen wirken blockiert.

Seit Monaten wird verhandelt, doch der Prozess steckt fest: Termine werden wieder verschoben, Absprachen bleiben vage und es fehlt ein Instrument, um Vereinbarungen verlässlich durchzusetzen. Der norwegische Flüchtlingsrat (Norwegian Refugee Council) kommt in einer Analyse zu dem Schluss, dass das einst «hoffnungsvolle Versprechen» weitgehend unerfüllt geblieben sei.

Diplomatie und die Rolle neuer Akteure

Vermittlungsbemühungen laufen auf mehreren Ebenen nebeneinander, oft ohne Abstimmung — deshalb bleiben echte Durchbrüche aus. Ein prominentes Beispiel ist der von US-Präsident Donald Trump initiierte "Board of Peace" — ein Ratsgremium mit hohem politischen Anspruch. Es wurden zwar Institutionen geschaffen und milliardenschwere Zusagen gemacht; faktisch ist vom Geld aber nur wenig angekommen.

Das hat direkte Folgen: Wiederaufbauprojekte und der Ausbau von Wasser- oder Stromversorgung lassen sich nicht verlässlich planen, weil Finanzierung und Sicherheit fehlen. Das erschwert die Normalisierung des Alltags in Gaza — und macht eine dauerhafte politische Lösung weiter unwahrscheinlich.

Es fehlt nicht nur an Geld — es fehlen auch Durchsetzungsmechanismen und politische Garantien, ohne die Abkommen nicht haltbar sind. Es fehlt an Mechanismen, die Abkommen durchsetzen könnten. Peter Lintl, Nahostexperte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin, beschreibt die Lage so: "Im Moment scheint sich alles sehr zu drehen." Mit anderen Worten: Viele Gespräche — wenig Substanz.

Regionale Krisen und ihre Überschattung

Der Krieg zwischen dem Iran und anderen Akteuren hat die internationale Aufmerksamkeit verschoben. Folge: Der Gazakonflikt fällt aus dem Fokus, gleichzeitig beeinflussen die Kämpfe in der Region die Verhandlungsbedingungen. Ökonomische Effekte zeigen sich bereits an den Energiemärkten und in globalen Sicherheitskalkülen.

Viele Diplomaten beobachten derzeit, dass neue regionale Spannungen zusätzliche Unsicherheit bringen und Vermittler schwächen. Sie schwächen Vermittler ­— Staaten, die sonst aktiv geworden wären — und lenken politische Ressourcen in andere Krisenlagen. Das macht Fortschritte im Gazafriedensprozess unwahrscheinlicher.

Und dann ist da noch die Sicherheitsfrage: Israel besteht auf Garantien, die es für eine Rückkehr zu stabilen Verhältnissen als notwendig erachtet; die Hamas und andere Akteure bestehen auf Absprachen, die Belastungen für die Zivilbevölkerung mindern. Bisher gibt es kaum Kompromisse, die beide Seiten dauerhaft akzeptieren könnten.

Humanitäre und ökonomische Folgen

Die brüchige Ruhe wirkt sich direkt auf humanitäre Hilfe und Aufbaupläne aus. Projekte zur Wiederherstellung von Wasser- und Stromversorgung lassen sich nicht in großem Maßstab umsetzen, weil die Finanzierung unsicher ist und die Sicherheitslage Planungen gefährdet. Das hat Folgen für die Lebensbedingungen von Hunderttausenden Menschen in Gaza.

Berichte über milliardenschwere Zusagen klingen gut, sind aber nur dann wirksam, wenn sie auch schnell ausgezahlt werden. Genau hier liegt das Problem: Versprechen bleiben oft auf dem Papier. Und deshalb stagniert der Wiederaufbau.

Hinzu kommt die ökonomische Isolation Gazas: Handelsströme bleiben eingeschränkt, Investitionen bleiben aus, und lokale Märkte erholen sich nur sehr langsam. Für die Region heißt das: Arme werden ärmer, die Arbeitslosigkeit bleibt hoch, und politische Extremisten können daraus politisches Kapital schlagen.

Analysen aus Forschung und Zivilgesellschaft

Simon Wolfgang Fuchs, Islamwissenschaftler an der Hebräischen Universität Jerusalem, beobachtet, dass Verhandlungstermine und Fristen häufig verschoben oder nicht eingehalten werden — ein Muster, das die Gespräche lähmt. Sein Befund: Es gibt viele Gespräche, aber wenige greifbare Ergebnisse.

Organisationen wie der Norwegian Refugee Council warnen, dass die Erwartungen der Zivilbevölkerung enttäuscht werden. Die Analyse des Rates nennt die erhoffte Stabilisierung "weitgehend unerfüllt" — eine harte Bewertung, die zeigt, wie groß die Kluft zwischen Versprechen und Realität ist.

Die Lage bleibt prekär. Hilfsorganisationen leisten weiterhin Nothilfe, doch ohne stabile politische Rahmenbedingungen ist langfristiger Wiederaufbau kaum möglich. Das macht die Hilfe weniger nachhaltig.

Was das für die internationale Politik bedeutet

Die anhaltende Stagnation hat Folgen für die internationale Politik. Staaten und Institutionen, die früher als Vermittler auftraten, sehen sich mit Konkurrenz und nachlassender Wirksamkeit konfrontiert. Ein Rat mit großem Namen und hohen Geldern schafft Erwartungen — die dann enttäuscht werden, wenn Mittel nicht fließen oder politische Garantien fehlen.

Viele Diplomaten sprechen inzwischen offener über die Notwendigkeit neuer Durchsetzungsinstrumente. Aber konkrete Vorschläge fehlen oft. Ohne solche Instrumente bleiben Abkommen Stückwerk — leicht zu unterlaufen und schwer zu überwachen.

Das wiederum vergrößert das Misstrauen zwischen den Konfliktparteien. Und Misstrauen ist Gift für jede Verhandlung.

Ausblick und zentrale Fragen

Die Kernfrage ist simpel: Lässt sich aus einer brüchigen Waffenruhe ein belastbarer Frieden entwickeln? Experten sind skeptisch. Peter Lintl sagt, die wichtigsten Fragen — Entwaffnung, künftige Verwaltung Gazas, Rückzug israelischer Truppen — seien seit Monaten ungelöst. Und ohne klare Antworten bleibe die Situation instabil.

Die zweite Frage ist politisch brisanter: Gibt es internationale Akteure, die bereit sind, nicht nur große Worte, sondern auch belastbare Mechanismen und schnelle Zahlungen zu garantieren? Bislang lautet die Antwort: nicht in offensichtlichem Maße.

Die humanitäre Lage bleibt der unmittelbare Brennpunkt. Solange Milliardenversprechen nicht umgesetzt werden, bleibt der Alltag in Gaza geprägt von Unsicherheit und Mangel.

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Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.