Rund 33 Millionen Sudanesen sind auf Hilfe angewiesen.
Konferenz in Berlin: Warum sich Staaten treffen
Die Geberkonferenz im Auswärtigen Amt versuchte am Mittwoch, die humanitäre Not im Sudan ins Blickfeld zu rücken. Schauen Sie, es geht nicht um militärische Lösungen, sondern um Lebensmittel, Wasser und medizinische Versorgung. Die Teilnehmer wollten vor allem neue Zusagen für Nothilfe erreichen.
Punkt ist: Ein Waffenstillstand bleibt unwahrscheinlich.
Vertreter der Europäischen Union, der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und der Afrikanischen Union kamen zusammen, dazu UN-Beamte und deutsche Regierungsvertreter. Auf dem Podium saßen Pekka Haavisto, UN-Sondergesandter für den Sudan, und Tom Fletcher, UN-Nothilfekoordinator, die beide die Lage als alarmierend beschrieben. Johann Wadephul, deutscher Außenminister, nahm ebenfalls an der Konferenz teil und betonte Deutschlands Rolle als einer der größten Geber.
Die Zusammenkunft diente weniger der Friedensvermittlung als der Abstimmung über mehr finanzielle Mittel und Koordination humanitärer Hilfe.
Das Ausmaß der Krise
Seit gut drei Jahren herrscht im Sudan ein offener Konflikt zwischen den regulären Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF). Rund 150.000 Menschen wurden nach Schätzungen getötet; etwa zwölf Millionen Menschen wurden vertrieben. Fast jeder vierte Einwohner hat seine Heimat verlassen.
Mehr als 33 Millionen Menschen innerhalb des Landes sind auf Hilfe angewiesen – das entspricht nach Angaben der Konferenz etwa zwei Dritteln der Bevölkerung. Die humanitäre Lage ist deshalb eine der schwersten weltweit.
Friedrich Merz, Bundeskanzler, traf vor der Konferenz Mahamud Ali Jussuf, den Vorsitzenden der Afrikanischen Union und Diplomaten aus Dschibuti. Merz sagte: "Dort leiden zur Zeit über 20 Millionen Menschen an Hunger. Das ist fast die Hälfte der Landesbevölkerung. Deutschland zählt zu den größten Gebern der humanitären Hilfe. Wir unterstützen deswegen auch alle Bemühungen der USA, Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und Ägyptens um einen Waffenstillstand dort."
Die Zahlen zeigen ein Land, das fast am Zerreißen ist – politisch, wirtschaftlich und sozial.
Warum ein Waffenstillstand derzeit schwer zu erreichen ist
Die Delegation in Berlin hielt sich mit Illusionen zurück: Weder die SAF noch die RSF waren eingeladen oder vertreten. Vorherige internationale Treffen in London und 2024 in Paris hatten keine nachhaltigen Ergebnisse gebracht. Das macht die Aussichten auf eine baldige Feuerpause gering.
UN-Sondergesandter Pekka Haavisto warnte, dass Kampfparteien momentan wenig Anreiz hätten, ihre Positionen aufzugeben. Tom Fletcher schilderte, wie angespannte Sicherheitslagen die Lieferung von Hilfsgütern behindern und Hilfsorganisationen zu Einschränkungen zwingen.
Die Folge: Noch stärker als politisches Versagen zeigt sich der unmittelbare menschliche Bedarf. Deshalb rückte in Berlin die Frage in den Mittelpunkt, wie man Leben retten kann, solange ein dauerhafter Frieden fehlt.
Finanzielle Zusagen und logistische Hürden
In Berlin ging es vor allem um Geld. Staaten und Institutionen sollten Soforthilfe, Lagerkapazitäten, Transportwege und Schutz für zivile Infrastruktur abstimmen. Konkrete Summen wurden auf der Bühne nicht alle genannt, dafür aber die Bereitschaft, humanitäre Versorgung zu unterstützen.
Die logistischen Probleme sind groß: Straßen sind zerstört, Flughäfen und Häfen eingeschränkt nutzbar, Sicherheitszonen ändern sich schnell. Tom Fletcher erläuterte, dass humanitäre Korridore und sichere Transportwege entscheidend seien, damit zugesagte Mittel und Hilfsgüter die Betroffenen erreichen.
Und dann ist da noch die Finanzierung selbst: Humanitäre Hilfe braucht verlässliche, mehrjährige Mittel. Einmalige Zusagen lindern akute Not, schaffen aber keine Planbarkeit für Hilfsorganisationen, die weltweit Ressourcen neu priorisieren müssen.
Politische Folgen für Deutschland
Deutschland präsentiert sich als wichtiger Geber. Das hat innenpolitische und außenpolitische Effekte zugleich. Innenpolitisch muss die Regierung erklären, wie hohe Auslandshilfen mit Haushaltsfragen und anderen Prioritäten zusammenpassen. Außenpolitisch stärkt humanitäres Engagement Berlins Gewicht in multilateralen Foren.
Die Unterstützung von Vermittlungsbemühungen anderer Staaten — namentlich der USA, Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und Ägyptens, wie Merz betonte — zeigt, dass Deutschland auf Kooperation setzt. Gleichwohl bleibt die Rolle problematisch: Hilfe kann Leben retten, aber sie ersetzt keine politische Lösung.
Für deutsche Hilfsorganisationen und logistische Anbieter entstehen zusätzliche Anforderungen. Sie müssen mehr Einsatzkräfte und Material vorhalten, wenn sich die Lage nicht beruhigt. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Bundesregierung, langfristige Hilfspläne und Koordination in der EU zu forcieren.
Regionaler Kontext und Afrikanische Union
Mahamud Ali Jussuf, Vorsitzender der Afrikanischen Union und Diplomat aus Dschibuti, forderte rasches Handeln und mehr Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit. Er betonte, dass die afrikanischen Staaten selbst einen wichtigen Beitrag zur Lösung leisten müssen, zugleich aber Unterstützung von außen brauchen.
Die AU hat begrenzte Mittel, aber große politische Legitimität vor Ort. In Berlin suchte Ali Jussuf Verbündete, um Druck auf die Konfliktparteien zu erhöhen und den humanitären Zugang zu sichern. Die afrikanischen Nachbarstaaten sind direkt betroffen durch Flüchtlingsströme und Sicherheitsbedenken; auch deshalb hat die AU ein starkes Interesse an Stabilität.
Die internationale Gemeinschaft steht vor der Frage, wie regionale Initiativen finanziell und politisch gestützt werden können, ohne Strategie und Verantwortung auseinanderzuziehen.
Was die nächsten Tage bringen könnten
Konferenzen wie in Berlin schaffen Plattformen für Abstimmung und Sichtbarkeit. Sie bringen kurzfristig Hilfe, planen aber nur schwer langfristige Lösungen. Merz und andere Teilnehmer signalisierten, dass Deutschland weiter helfen will. Das bleibt jedoch an Bedingungen geknüpft: sichere Lieferwege, transparente Verwendung der Mittel und koordinierte internationale Aktionen.
Für die Menschen im Sudan ist das nur begrenzt tröstlich. Die Not bleibt akut; Nahrungsmittelknappheit, medizinische Engpässe und Vertreibung prägen den Alltag vieler Familien.
Ob die in Berlin getroffenen Absprachen Leben retten und Strukturen stabilisieren können, hängt stark von der Umsetzung ab — vor Ort und in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern.
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Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.