Der DAX durchbrach am Donnerstagvormittag die psychologisch wichtige Marke von 23.000 Punkten und sank zeitweise auf 22.928 Zähler. Die anhaltende Eskalation im Nahost-Konflikt und steigende Ölpreise setzen die Börsen weltweit unter Druck.
Konflikt im Nahen Osten treibt Ölpreise und verunsichert Anleger
Der jüngste Angriff auf eine Flüssiggasanlage in Katar durch iranische Raketen hat den Konflikt im Nahen Osten auf eine neue Ebene gehoben. Die Bedeutung der betroffenen Energieinfrastruktur für den Weltmarkt ist enorm, weshalb die Nachrichten die Preise für Öl und Gas kräftig nach oben schießen ließen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg am Donnerstagvormittag zwischenzeitlich um mehr als zehn Prozent auf über 118 Dollar, ehe er sich auf rund 113 Dollar einpendelte – immer noch ein Plus von etwa sechs Prozent seit Handelsbeginn.
Die hohe Abhängigkeit der globalen Wirtschaft von Energieimporten erzeugt erhebliche Inflationsängste. Höhere Rohstoffpreise bedeuten steigende Produktionskosten, die sich vielfach auf Verbraucherpreise auswirken. Das belastet die Aussichten für Wachstum und Gewinnentwicklung vieler Unternehmen, was die Börsen zum Abrutschen bringt.
Der DAX fällt unter die Marke von 23.000 Punkten
Der deutsche Leitindex verlor bis zum frühen Nachmittag rund 2,5 Prozent und erreichte damit mit 22.928 Punkten sein Tagestief. Damit fiel er knapp unter das bisherige Tief aus der Iran-Krise von 22.927 Punkten, das im Jahr 2025 erreicht worden war. Am Vortag war der Index bereits um etwa ein Prozent gesunken, nachdem ein erster Erholungsversuch abgeblasen wurde.
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, bezeichnet den Angriff auf das Gasfeld als "neue Eskalationsstufe" im Konflikt. Er sieht darin eine Belastung für die Markterwartungen: "Jeder Angriff auf kritische Energieinfrastruktur nimmt dem Markt die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zu alten Produktionsniveaus, sollte der Krieg einmal enden." Die Anleger beginnen, den Konflikt nicht mehr als vorübergehend, sondern als längerfristige Belastung einzuschätzen.
Internationale Börsen reagieren mit deutlichen Kursverlusten
Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit sanken die Aktienkurse. Der japanische Nikkei-Index verlor 3,4 Prozent und fiel auf 53.372 Punkte. In China gaben die wichtigsten Indizes in Shanghai und Shenzhen jeweils gut 1,5 Prozent nach.
An der Wall Street setzte sich der Abwärtstrend fort: Der Dow Jones verlor am Vortag 1,6 Prozent, der S&P 500 fiel um 1,4 Prozent und der Nasdaq sank um rund 1,5 Prozent.
Die amerikanische Zentralbank Federal Reserve hatte am Mittwoch die Zinsen unverändert gehalten, aber signalisiert, dass in diesem Jahr nur mit einer einzigen Zinssenkung zu rechnen sei. Fed-Chef Jerome Powell bezeichnete die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs als "ungewiss" und warnte, dass kurzfristig die Inflation durch höhere Energiepreise weiter steigen werde.
Europäische Zentralbank vor schwieriger Entscheidung
Die Europäische Zentralbank trifft sich ebenfalls zu einer Zinssitzung.
Die meisten Experten erwarten, dass die EZB den aktuellen Einlagensatz von 2,0 Prozent zunächst beibehält. Allerdings wird im Sommer eine mögliche Zinserhöhung diskutiert, sollte die Inflation durch die hohen Energiepreise weiter anziehen.
Die EZB steht vor der Herausforderung, einerseits die Inflation zu bekämpfen, die durch steigende Rohstoffpreise angetrieben wird, andererseits aber auch die Wirtschaft nicht zu stark abzuwürgen. Die steigenden Kosten könnten das Wachstum in der Eurozone bremsen und die Schuldenlast der Staaten erhöhen.
Vonovia-Aktien verlieren rund zehn Prozent
Der Immobilienkonzern Vonovia verzeichnete einen Kursverlust von etwa zehn Prozent. Die Schwäche des Unternehmens spiegelt die Unsicherheit an den Märkten wider, die durch die globale Lage verstärkt wird. Immobilienwerte gelten als sensibel gegenüber steigenden Zinsen und einer unsicheren konjunkturellen Entwicklung.
Der Einbruch bei Vonovia ist einer der größten Tagesverluste im DAX an diesem Tag und trägt zur negativen Stimmung bei. Anleger scheinen sich von risikoreicheren Titeln zu trennen und bevorzugen in unsicheren Zeiten eher defensive Anlagen.
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The DAX's drop below 23,000 points highlights the significant impact of geopolitical crises and energy price shocks on financial markets. Investors remain on edge with the ECB meeting and ongoing developments in the Middle East. The market's ability to find a bottom depends on the central banks' response and the duration of the conflict.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.