Der Nettogewinn von Mercedes-Benz sank im Geschäftsjahr 2025 auf 5,3 Milliarden Euro. Konzernchef Ola Källenius sagte dem Wall Street Journal, Mercedes sei bereit, in die Rüstungsproduktion einzusteigen, sofern Projekte "wirtschaftlich sinnvoll" seien. Der Konzern betont zugleich, das Kerngeschäft bleibe die zivile Fahrzeugproduktion; Sicherheits- und Verteidigungsaktivitäten würden als strategisches Entwicklungsfeld geprüft. Konkrete Entscheidungen zur Produktion von Waffen liegen derzeit nicht vor.
Der Einbruch des Nettogewinns auf 5,3 Milliarden Euro verändert die Handlungsoptionen für Mercedes. Meine Lesart ist, dass ein Konjunkturrückgang und steigende Kosten Unternehmen dazu zwingen, Optionen zu prüfen, die früher ausgeschlossen waren. Ola Källenius signalisierte dem Wall Street Journal, dass die Welt "unberechenbarer geworden" sei und Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen müsse. Sollte Mercedes "dabei eine positive Rolle spielen können, wären wir dazu bereit", so Källenius.
Was Källenius und Mercedes sagen
Der Vorstandsvorsitzende brachte damit erstmals öffentlich die Bereitschaft ins Spiel, Teile der Produktion für sicherheitsrelevante Anwendungen zu öffnen, sofern wirtschaftliche Rahmenbedingungen passen. Källenius betonte, Rüstungsgeschäfte würden gegenüber der Pkw- und Transporterproduktion nur einen geringen Anteil ausmachen, könnten aber als wachsende Nische zu den Ergebnissen beitragen.
Mercedes antwortete auf Nachfragen mit der klaren Feststellung, das Unternehmen entwickle und produziere grundsätzlich zivile Fahrzeuge. Zugleich sieht Mercedes Aktivitäten im Sicherheits- und Verteidigungsbereich als ein strategisches Entwicklungsfeld, das man aktiv und in Kooperation mit Partnern gestalte. Als konkretes Beispiel verweist der Konzern auf langjährige Lieferungen von modifizierbaren Fahrgestellen. Solche Fahrgestelle würden von spezialisierten Firmen in eigener Verantwortung für militärische Anwendungen ausgebaut und vermarktet, und Mercedes bezeichnet dies als Teil der Unterstützung von Verteidigungs- und Sicherheitspolitik in Europa und der NATO.
Branchenkontext und kommerzielle Realitäten
Die Überlegungen von Mercedes fallen in einen bereits angespannten Branchenkontext. Für das Geschäftsjahr 2025 wird der Gewinneinbruch von Mercedes genannt. Parallel dazu verzeichnete die 2021 ausgegliederte Daimler Truck AG im ersten Quartal 2026 einen Gewinneinbruch von rund 80 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Branchenbeobachter sehen schwächere Autoverkäufe und Kostenbelastungen als Treiber dafür, dass Hersteller nach neuen Ertragsquellen suchen.
Andere Unternehmen haben bereits Engagements oder prüfen Beteiligungen im Verteidigungssektor. Ende April berichteten Medien über Verhandlungen zwischen Volkswagen und dem israelischen Rüstungshersteller Rafael Advanced Systems über eine mögliche Umrüstung des Werks Osnabrück für die Fertigung von Raketenabwehrsystemen; Volkswagen wies entsprechende Pläne zurück. MAN ist mit dem Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall MAN Military Vehicles in Militärfahrzeuge involviert. International gibt es Beispiele wie GM Defense in den USA oder Hyundai Rotem in Südkorea, die militärische Produkte fertigen.
Rheinmetall kündigte außerdem eine Partnerschaft mit der Deutschen Telekom zur Entwicklung eines Drohnen-Abwehrsystems an.
Die kommerziellen Realitäten sind klar. Källenius hob hervor, die Kernkompetenz von Mercedes als Großserienhersteller könne helfen, hochwertige Präzisionsmaschinen in größeren Stückzahlen zu fertigen, falls das Unternehmen in Verteidigungstechnik einsteige. Zugleich liegt nach den verfügbaren Angaben aktuell nichts öffentlich vor, was als konkreter Plan zur Herstellung von Waffen zu werten wäre. Die Diskussion findet vor dem Hintergrund steigender Verteidigungsausgaben in Europa und wachsendem politischen Druck auf Strategien zur Sicherung von Produktionskapazitäten für militärische Ausrüstung statt.
Aus wirtschaftlicher Perspektive wäre die Umstellung auf sicherheitsrelevante Produktion kein Sprung in einen unbekannten Markt. Bestehende Lieferketten, Zuliefererbeziehungen und Fertigungsanlagen lassen sich in bestimmten Fällen adaptieren.
Mercedes selbst nennt bereits modifizierbare Fahrgestelle als bestehendes Geschäftsfeld, das von spezialisierten Firmen für militärische Zwecke genutzt wird. Für die Politik bedeutet das, dass Industriekapazitäten auf eine Art verfügbar sind, die weniger auf kompletten Neuinvestitionen fußt und mehr auf Anpassung bestehender Kompetenzen.
Politisch ist die Botschaft doppelt. Erstens sendet ein Signalisieren durch einen der größten europäischen Automobilhersteller ein Signal an die Haushalte und an Regierungen, dass die Industrie zur Unterstützung beitragen kann. Zweitens verschiebt allein die Option die Verhandlungslage über staatliche Aufträge und Absicherungen. Ob Mercedes letztlich in großem Umfang liefert, hängt neben wirtschaftlichen Kriterien auch von politischen Entscheidungen und konkreten Vertragsangeboten ab.
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Mercedes hat bislang keine konkreten Projekte oder Entscheidungen zur Rüstungsproduktion angekündigt; der Nettogewinn für 2025 belief sich auf 5,3 Milliarden Euro.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.