Im Jahr 2025 zahlten deutsche Netzbetreiber rund 435 Millionen Euro, weil sie Wind- und Solaranlagen zeitweise vom Netz nehmen mussten. Die Ursache: Kapazitätsengpässe in den Stromleitungen bei starkem Wind und Sonnenschein. Trotz eines leichten Rückgangs bleiben die Summen hoch – und die Kritik wächst.

Engpässe im Stromnetz: Wenn Ökostrom nicht genutzt werden kann

Deutschland produziert immer mehr Strom aus erneuerbaren Quellen. Windräder und Solarpaneele speisen zunehmend Energie ins Netz ein. Doch an Tagen mit besonders viel Wind oder Sonne reicht die vorhandene Leitungskapazität oft nicht aus, um den Strom zu transportieren. Dann müssen Netzbetreiber die Erzeugung drosseln – also Anlagen abschalten, obwohl Strom da wäre.

Das Problem zeigt sich besonders in Regionen mit vielen Solaranlagen oder starken Windkraftvorkommen. Bayern, das Bundesland mit den meisten Solarmodulen, erhielt 2025 Entschädigungen in Höhe von 165 Millionen Euro für nicht eingespeisten Strom. Auch Niedersachsen und Schleswig-Holstein, zwei der windreichsten Länder, mussten große Summen an Betreiber zahlen: 120 beziehungsweise 54 Millionen Euro. Im Gegensatz dazu fielen in Hessen, Bremen, Saarland, Berlin und Hamburg kaum Entschädigungen an.

Die Höhe der Ausgleichszahlungen richtet sich nach dem aktuellen Marktpreis für Strom. Je teurer der Strom, desto höher die Entschädigung, wenn Anlagen nicht einspeisen dürfen. Der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zufolge soll künftig die garantierte Einspeisevergütung für neue Solaranlagen abgeschafft werden. Betreiber müssen ihren Strom dann selbst vermarkten, um eine Überförderung zu verhindern.

Kritik am System: Bartsch spricht von „Systemversagen“

Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Linken, kritisierte die Situation scharf. Er bezeichnet das aktuelle Vorgehen als „Systemversagen“ und fordert ein schnelles Handeln der Bundesregierung. „Die höchsten Strompreise in Europa, und gleichzeitig wird Strom schlichtweg weggeschmissen“, sagte er. Die Entschädigungen für nicht eingespeisten Ökostrom werden letztlich von den Verbrauchern getragen.

„Diese Absurdität auf dem Rücken der Verbraucher muss ein Ende haben“, so Bartsch.

Sein Vorschlag: Der Ausbau der Netzinfrastruktur müsse massiv beschleunigt werden, um den Strom aus erneuerbaren Energien vollständig ins Netz zu bringen. Nur so könnten die Strompreise gesenkt werden. Deutschland stehe an der Spitze der Strompreise weltweit – das passe nicht zu einem Land, das beim Ausbau erneuerbarer Energien führend sein will.

Hintergrund: Warum das Stromnetz an seine Grenzen stößt

Das deutsche Stromnetz wurde ursprünglich für eine zentralisierte Stromerzeugung mit wenigen großen Kraftwerken konzipiert. Die Energiewende hat diese Struktur verändert: Heute speisen Millionen dezentrale Anlagen Strom ein, der stark schwankt und regional sehr unterschiedlich ist. Besonders an windreichen Küstenregionen und sonnigen Landstrichen entsteht oft mehr Strom als das Netz verkraften kann.

Der Netzausbau kommt nur langsam voran, weil er aufwendig und teuer ist. Genehmigungsverfahren dauern, und der Bau neuer Leitungen stößt oft auf Widerstand in der Bevölkerung. Deshalb entstehen immer wieder Staus im Netz. Die Betreiber müssen dann Erzeuger drosseln, um Netzüberlastungen zu verhindern und die Versorgungssicherheit zu garantieren.

Entschädigungen an Anlagenbetreiber sind notwendig, um diese Verluste auszugleichen. Allerdings zeigen die rund 435 Millionen Euro Kosten für 2025, dass das Problem weiter besteht. Die Summe ist zwar gegenüber 2024 um 120 Millionen Euro gesunken, doch sie bleibt auf einem hohen Niveau.

Reformen und Ausblick

Das Bundeswirtschaftsministerium plant eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Ziel ist es, die Einspeisung erneuerbarer Energien besser an den tatsächlichen Bedarf anzupassen und Überförderung abzubauen. Private Betreiber kleiner Photovoltaikanlagen sollen künftig keine garantierte Einspeisevergütung mehr erhalten. Stattdessen wird erwartet, dass sie ihren Strom selbst vermarkten.

Diese Maßnahmen könnten langfristig helfen, die Kosten für Verbraucher zu senken und die Effizienz der Stromversorgung zu erhöhen. Dennoch bleibt der schleppende Netzausbau das größte Hindernis für eine vollständige Integration von Wind- und Solarstrom.

Experten warnen, dass ohne einen schnelleren Ausbau der Netzinfrastruktur die Energiewende ins Stocken geraten könnte. Die Balance zwischen Erzeugung, Transport und Verbrauch muss besser abgestimmt werden, um die erneuerbaren Energien voll auszuschöpfen und die Strompreise zu stabilisieren.

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Die Herausforderung bleibt groß: Solange das Stromnetz an seine Grenzen stößt, zahlen Verbraucher für Strom, der gar nicht genutzt werden kann. Die Bundesregierung steht vor der Aufgabe, den Netzausbau zu beschleunigen, sonst wird die Energiewende teuer und ineffizient bleiben.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.