2 Euro pro Trade sind künftig optional möglich: Trade Republic führt einen neuen Direktpreis‑Ordertyp ein, um Einnahmeverluste nach dem seit dem 1. Juli 2026 in Deutschland geltenden Verbot von Payment for Order Flow abzufedern. Die Gebühr kommt zusätzlich zur bestehenden 1‑Euro‑Fremdkostenpauschale; die Ein‑Euro‑Order bleibt als Standardoption für Gelegenheitskäufer und ETF‑Sparer erhalten. Die neue Zwei‑Euro‑Order richtet sich an aktivere Trader, die explizit Handelsplätze wie Xetra, Nasdaq oder NYSE auswählen und so direkte Ausführungen oder Kursvorteile ansteuern wollen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund des großen Kundenstamms von Trade Republic und markiert einen Umbau der Angebotsarchitektur.

Der Wegfall der PFOF-Einnahmen hat Trade Republic erheblich getroffen, weshalb das Unternehmen den Trading-Prozess umstellt, zusätzliche Handelsplätze anbindet und einen neuen Ordertyp anbietet. Praktisch reagiert Trade Republic damit auf eine Regelung, die seit dem 1. Juli 2026 in Deutschland gilt und die Einnahmequelle sofort beseitigt hat.

Was sich für Kunden ändert

Für die breite Kundschaft bleibt der Alltagsbetrieb preislich weitgehend unverändert. Die bekannte Ein-Euro-Order, bei der ein Algorithmus automatisch den besten verfügbaren Preis aus mehreren Handelsplätzen ermittelt, bleibt Standard. Die Neuerung ist die optionale Zwei-Euro-Order: Anleger können dann explizit einen Handelsplatz wie Xetra, Nasdaq oder die NYSE wählen und ihre Order gezielt ansteuern. Trade Republic kündigt an, künftig Orders an mehrere angeschlossene Handelsplätze weiterzuleiten.

Das bedeutet konkret: Für typische ETF-Sparpläne und Gelegenheitskäufe dürfte sich wenig ändern. Die neue Gebühr zielt vor allem auf sehr aktive Trader, die Kurssprünge an bestimmten Börsen ausnutzen oder direkt in Orderbücher eingreifen wollen. Für diese Kundengruppe eröffnet die Direktwahl eine größere Kontrolle, ist aber mit höheren Kosten verbunden.

Ertragsseite und Strategie

Die Umstellung verändert die Ertragsbasis nicht nur für Trade Republic, sondern für die gesamte Neobroker-Branche in Deutschland. Anbieter, die bisher stärker auf PFOF-Erlöse gesetzt haben, müssen vergleichbare Anpassungen vornehmen. Trade Republic versucht mit dem Modell einen Kompromiss: Die günstige Massenbedienung über die 1-Euro-Order bleibt bestehen, während die kostenpflichtige Direktauswahl eine Premiummöglichkeit für aktivere Nutzer bietet.

Trade Republic gehört zu den größten Neobrokern in Deutschland und zählt mehr als zehn Millionen Kunden. Gleichwohl bleibt offen, wie schnell alternative Einnahmequellen die weggefallenen PFOF-Erträge ersetzen.

Gleichzeitig treibt Trade Republic bereits weitere Diversifizierungsmaßnahmen voran, darunter Zinsangebote, zusätzliche Bankdienstleistungen, verstärkte Direktanbindung an Börsen, ein neues Online-Tool zum Vergleich von Wertpapieren sowie Desktop-Funktionen, die aktivere Trader ansprechen sollen.

Marktwirtschaftlich ergibt sich dadurch zusätzlicher Druck in mehreren Richtungen. Anbieter mit einer breiteren Handelsplatzauswahl oder mit höheren Entgelten für bestimmte Ausführungen könnten Wettbewerbsnachteile erleben, wenn Kunden zwischen günstigen Standardorders und teureren Spezialausführungen wählen. Gleichzeitig schafft die klare Trennung von Standard- und Direktoption neue Preispunkte, an denen sich Neobroker künftig messen lassen müssen.

Die Veränderung ist damit weniger ein einzelner Preiswechsel als ein Umbau der Angebotsarchitektur: Trade Republic will Gelegenheitsanleger weiter günstig bedienen und gleichzeitig eine Zahlungsbereitschaft bei häufig handelnden Kunden ansprechen. Ob diese Balance dauerhaft trägt, hängt davon ab, wie viele Kunden die Direktwahl wirklich nutzen und wie erfolgreich die ergänzenden Ertragsquellen, etwa Zinsprodukte und erweiterte Bankdienstleistungen, Einnahmen ersetzen können.

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Maßstab bleiben die zuletzt veröffentlichten Unternehmenskennzahlen; Investoren werden die nächsten Quartalszahlen sowie die Fortschritte bei Zins‑ und Bankangeboten als ersten Test für die Tragfähigkeit der neuen Gebühren‑ und Produktarchitektur heranziehen.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.