160 Dezibel in einem Meter Abstand, wie in Berichten genannt, liegen weit über der Schmerzgrenze und können bereits nach kurzer Exposition irreversible Hörschäden verursachen. Nach Angaben des Fachportals Defence Blog und Berichten von Focus Online sollen ukrainische Elitesoldaten ein derartiges LRAD-System auf dem Dach eines Militärtrucks montiert und damit geübt haben. Auf in sozialen Medien verbreiteten Fotos ist ein etwa ein Meter breites, keilförmiges Gerät zu sehen, das Analysten dem Modell LRAD 1950XL-RT des US-Herstellers Genasys zuordnen; eine offizielle Bestätigung durch ukrainischen Stellen oder dem Hersteller fehlt bislang.
„Das weltweit 'lauteste und reichweitenstärkste' Langstrecken-Akustikgerät", beschreibt der Hersteller Genasys das Modell LRAD 1950XL-RT, heißt es in den Herstellerangaben und in der Berichterstattung zum Gerät.
Was das LRAD 1950XL-RT technisch leistet
Genasys bewirbt das LRAD 1950XL-RT als gerichtetes Langstrecken-Akustikgerät, das Sprache und Warnsignale mit hoher Verständlichkeit über große Distanzen überträgt. Nach Herstellerangaben beträgt die maximale Reichweite bis zu 5 Kilometer; unter starkem Umgebungslärm sinke die praktische Reichweite, bleibe aber bei bis zu 1,6 Kilometern. Technisch sendet das System Schall gebündelt nach vorn, sodass Durchsagen gezielt auf ein einzelnes Fahrzeug oder eine Personengruppe gerichtet werden können, ohne die gesamte Umgebung gleich stark zu beschallen.
Das Gerät, das auf den Fotos auf einem Pickup-Dach erscheint, hat die Form eines rund ein Meter breiten, keilförmigen Sprechkopfs. Analysten ordnen die Abbildung dem Modell LRAD 1950XL-RT zu. Die Veröffentlichungen weisen zudem darauf hin, dass das System aus der Ferne steuerbar ist und über einen Netzwerkanschluss verfügt, sodass Bedienpersonal aus einem geschützten Fahrzeug heraus agieren kann.
Analysten und die Berichterstattung skizzieren mehrere denkbare Verwendungsfelder für ukrainische Spezialkräfte des Typs SSO. Dazu zählen Warnungen an Kontrollpunkten und Straßensperren, Aufforderungen zum Anhalten auf größere Distanz, gezielte Lautsprechermissionen gegen gegnerische Kräfte sowie Einsätze zur Grenzsicherung in kontrollierten Gebieten. Die ukrainischen Spezialkräfte SSO wurden laut Bericht im Januar 2016 als eigenständige Teilstreitkraft gebildet; ihre Aufgaben umfassen unkonventionelle Kriegführung, tiefe Aufklärung und direkte Operationen hinter feindlichen Linien.
Gleichzeitig bleibt die Einordnung des Geräts heikel. Genasys selbst klassifiziert die LRAD-Reihe als Kommunikationsmittel und weist sie nicht offiziell als Waffe aus. Kritiker verweisen jedoch auf die hohe Lautstärke: Ein Spitzenwert von 160 Dezibel in einem Meter Abstand, wie Defence Blog nennt, liegt deutlich über der Schmerzgrenze ungeschützter Ohren und kann nach kurzer Exposition irreversible Hörschäden verursachen.
Diese gesundheitlichen Risiken haben bereits internationale Debatten ausgelöst.
Beispielhaft liegt ein rechtlicher Streit aus den USA auf dem Tisch: 2019 reichten nach Angaben der Berichterstattung mehrere Teilnehmer der Black-Lives-Matter-Proteste Klagen wegen mutmaßlicher Hörschäden ein; NBC berichtete, die New Yorker Polizei habe damals Menschen aus kurzer Distanz mit einem solchen Gerät beschallt. Die Technologie selbst ist zudem historisch in einem sicherheitspolitischen Kontext entstanden: Die Entwicklung der LRAD-ähnlichen Systeme geht zurück auf die Suche des Militärs nach nicht-tödlichen Mitteln zur Abwehr nach dem Anschlag auf den US-Zerstörer USS Cole im Jahr 2000, wie die Berichte zusammenfassen.
Für die aktuelle Meldung ist wichtig, dass die Zuordnung des auf den Fotos sichtbaren Geräts zum LRAD 1950XL-RT auf der Einschätzung von Analysten und der Berichterstattung des Fachportals beruht. Weder ukrainische Einsatzkräfte noch Genasys haben die Berichte bisher offiziell bestätigt. Ebenso wenig gibt es verlässliche Angaben, ob ein LRAD-System bereits in Gefechtssituationen eingesetzt wurde.
Die Fotos in sozialen Medien zeigen das Gerät auf dem Dach eines Militärtrucks, die Lage erinnert an eine Trainingskonfiguration. Defence Blog und Focus Online nennen die Übungssituation, doch die Berichterstattung verweist ausdrücklich auf das Fehlen unabhängiger Verifikation. In diesem Informationsraum bleibt offen, ob es sich um eine erprobende, demonstrative oder bereits operative Nutzung handelt.
Die technischen Merkmale des Systems und seine Fernsteuerbarkeit machen es taktisch attraktiv: Durch die Bündelung des Schalls lassen sich Botschaften gezielt übertragen, was in Situationen mit begrenztem Kollateralschaden gewünscht sein kann. Zugleich sind ebenjene Eigenschaften, vor allem die extreme Lautstärke in Nahdistanz, der Kern der Kritik, die von Gesundheits- und Menschenrechtsfragen bis hin zu juristischen Auseinandersetzungen reicht.
Die Quelle der Meldungen bleibt das Fachportal Defence Blog und das Nachrichtenportal Focus Online, die Fotos aus den sozialen Medien sowie die Einschätzungen unabhängiger Analysten zusammenführen. Ohne offizielle Bestätigung bleiben viele Details zur Beschaffung, zu Einsatzregeln und zur praktischen Reichweite unter Gefechtsbedingungen unklar.
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Bis zur offiziellen Bestätigung durch ukrainische Stellen oder Genasys bleibt der wichtigste, konkret belegte Wert die in Berichten genannte Spitzenlautstärke: 160 Dezibel in einem Meter Abstand. Ursprünglich berichtet von focus.de.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.