China will bis 2030 mehr als die Hälfte seiner installierten Stromerzeugungskapazität auf nicht-fossile Quellen umstellen, und koppelt dieses Ziel an verbindliche Industrie- und Technologiepolitiken. Das Pekinger Kabinett hat Ende Juni einen neuen Fünfjahresplan verabschiedet, den die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission gemeinsam mit der Nationalen Energiebehörde ausgearbeitet hat. Das Papier verlangt konkret, dass nicht-fossile Energien rund 25 Prozent des gesamten Energieverbrauchs liefern und dass Wind und Solar einen erheblichen Anteil der installierten Leistung stellen. In den kommenden Monaten sollen Beschleunigungen bei Genehmigungen, Bau und Marktintegration beginnen, parallel zu Vorgaben zur technologischen Selbstversorgung.

Das Ergebnis ist eine klare Rückkehr des Staates als zentraler Lenkungsakteur der chinesischen Energiepolitik, weil die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission zusammen mit der Nationalen Energiebehörde verbindliche Richtlinien formuliert hat. Der Plan definiert nicht nur Zielquoten, sondern legt operative Instrumente fest: regionale Ausbaupfade, Anforderungen an die Netzstabilität, Marktreformen und eine ausdrückliche Staatszielsetzung zur technologischen Unabhängigkeit. Schlüsseltechnologien und Ausrüstungen sollen "weitgehend selbständig und kontrollierbar" werden, heißt es in dem Papier.

Was der Plan vorschreibt

Vorgeschrieben ist ein doppeltes Ziel: Erstens sollen nicht-fossile Energien bis 2030 rund 25 Prozent des gesamten Energieverbrauchs decken. Zweitens sollen diese Quellen die Mehrheit der installierten Leistung im Stromsektor ausmachen. Innerhalb dieses Rahmens werden Wind und Solar als die künftigen Hauptenergiequellen benannt; ihr gemeinsamer Anteil an der installierten Leistung soll deutlich steigen.

Die Vorgaben sind regional differenziert. Im Norden sind großflächige Wind- und Solarparks vorgesehen, der Südwesten soll auf kombinierte Wasser-Wind-Solar-Parks setzen, und an den Küsten wird der Ausbau der Atomenergie in Kombination mit Offshore-Wind beschleunigt. Für die industrialisierten östlichen Regionen legt der Plan Ziele fest, wonach diese ihren Anteil an lokal erzeugter Energie deutlich erhöhen sollen.

Kohle und Öl bleiben in der Agenda präsent, aber in veränderter Rolle: Ihr Anteil am Energiemix soll spätestens 2030 seinen Höhepunkt erreichen und danach zurückgehen. Kohlekraftwerke sollen künftig vor allem als Reserve und Netzstabilisatoren betrieben werden, nicht mehr als primäre, ununterbrochene Erzeuger.

Der Plan geht über reine Kapazitätsziele hinaus und fordert eine umfassende Modernisierung der Infrastruktur. Vorgesehen ist der Aufbau einer resilienten, integrierten und intelligenten neuen Energieinfrastruktur sowie eine weitgehende nationale Vereinheitlichung des Strommarkts. Parallel sollen Wasserstoff, Solarthermie und Speichersysteme beschleunigt entwickelt werden. Marktmechanismen und Preissignale werden angepasst, um Investitionen in Netzausbau, Speicher und grenzüberschreitende Kapazitätsbereitstellung zu lenken.

Industriepolitik ist ausdrücklich mit Energiepolitik verknüpft. Der Staat setzt Ausbau- und Lokalisierungsziele, um Fertigungskapazitäten und Schlüsselkomponenten inländisch zu stärken. Das Dokument verbindet damit Industrie- und Technologiepolitik: China will nicht nur mehr erneuerbare Kapazität installieren, sondern auch in der Fertigung und bei kritischen Komponenten international wettbewerbsfähiger werden.

Die geplanten Ausbauraten stützen sich auf die jüngste Entwicklung: Berichten zufolge überstieg die installierte erneuerbare Kapazität in den Vorjahren mehrere Tausend Gigawatt, und die Stromerzeugung aus Erneuerbaren erreichte mehrere Billionen Kilowattstunden. Für 2026 rechnet das chinesische Berichtswesen mit kräftigen Neuzugängen bei Wind und Solar.

Auf nationaler Ebene nennt der Plan zudem eine Zielvorstellung für die gesamte Energieproduktionskapazität in der Einheit Steinkohleeinheit, um die Steuerung des Energiesektors innerhalb eines klaren Mengenrahmens zu ermöglichen.

Praktisch bedeutet das auch erhebliche operative Änderungen: Eine beschleunigte Genehmigungs- und Bauphase für Wind-, Solar- und Speicherprojekte soll noch in diesem Jahr beginnen, zugleich werden Marktintegration und Preissysteme so reformiert, dass Kapazitäts-, Speicher- und Netzinvestitionen wirtschaftlich attraktiver werden.

Doch die Doktrin weckt auch Skepsis. Analyseorganisationen und Medien berichten, dass China kürzlich seine Berechnungsgrundlagen für CO2-Emissionen geändert hat, was in den offiziellen Zahlen zu einer Reduktion um etwa 700 Millionen Tonnen führte. Kritiker warnen, dass Methodikänderungen nicht mit tatsächlichen Emissionsreduktionen verwechselt werden dürfen und fordern eine getrennte Betrachtung von rechnerischen Anpassungen und realer Klimawirkung.

Innerhalb Pekings allerdings wirkt der neue Plan wie ein klares Regierungssignal: Ausbau, Lokalisierung und Kontrolle über Schlüsseltechnologien sollen parallel vorankommen. Damit verfolgt China eine Strategie, die technische Souveränität, industrielle Entwicklung und die Umstellung des Energiesystems verbindet.

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Nächster messbarer Punkt ist das Jahr 2030; operativ beginnt der Plan noch in diesem Jahr mit beschleunigten Genehmigungen und Bauphasen für Wind-, Solar- und Speicherprojekte, während die Behörden die Marktintegration und die nationalen Zwischenwerte in den kommenden Monaten umsetzen werden. Ursprünglich berichtet von t-online.de.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.