Mit einem Investitionsvolumen von fast neun Milliarden Euro hat BASF am 26. März ein neues Chemiewerk in Zhanjiang, Südchina, eröffnet. Das Werk ist das größte Einzelprojekt in der Unternehmensgeschichte – doch der chinesische Chemie-Markt stellt den Konzern vor Herausforderungen.
Gigantische Investition in Zhanjiang
BASF hat in der südchinesischen Küstenstadt Zhanjiang einen neuen Verbundstandort eröffnet, der sich über rund vier Quadratkilometer erstreckt. Die Investition von knapp 8,7 Milliarden Euro macht das Werk zur größten Einzelinvestition des Chemiekonzerns. Rund sechs Jahre dauerte der Bau, der unter anderem eine hochmoderne Anlage namens Steam Cracker umfasst – das Herzstück der Produktion. Mit dem Standort will BASF vor allem den chinesischen Markt bedienen, der mit mehr als der Hälfte der weltweiten Chemienachfrage der wichtigste Markt weltweit ist.
Der neue Verbundstandort ist der drittgrößte von BASF nach Ludwigshafen und Antwerpen. Er verfügt über einen eigenen Tiefseehafen, was den Import von Rohstoffen aus aller Welt erleichtert. Produziert werden Basis- und Spezialchemikalien, die vor allem Branchen wie die Automobil- und Kunststoffindustrie beliefern. Besonderheit: Der Standort arbeitet vollständig mit erneuerbaren Energien – ein Zeichen für BASFs Engagement in Richtung Nachhaltigkeit.
Markt in China: Chancen und Risiken zugleich
China ist für BASF nicht neu. Bereits im Osten des Landes betreibt der Konzern einen großen Verbundstandort in Nanjing. Mit Zhanjiang will BASF vor allem den südchinesischen Markt erschließen, der bislang unterversorgt ist. Der chinesische Chemie-Markt wächst weiterhin, allerdings ist die Situation kompliziert. Laut BASF-Chef Markus Kamieth ist der Markt derzeit durch Überkapazitäten geprägt. Das heißt, das Angebot übersteigt die Nachfrage, was zu starken Preiskämpfen führt. Viele Unternehmen müssen ihre Preise senken, um überhaupt verkaufen zu können.
In einem solchen Markt sind Produzenten oft Preisnehmer: Sie können die Preise nicht selbst bestimmen, sondern müssen sich an den Marktpreisen orientieren. Das drückt die Gewinnspannen erheblich. Kamieth räumt ein, dass die Profitabilität des neuen Werks in Zhanjiang anfangs niedriger sein wird als erwartet. Er rechnet damit, dass sich Angebot und Nachfrage erst bis zum Ende dieses Jahrzehnts ausgleichen werden. Bis dahin will BASF vor allem günstig produzieren, um im Wettbewerb zu bestehen.
Strategische Bedeutung trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Die Eröffnung des Werks fällt in eine Zeit, in der die globale Wirtschaft von Unsicherheiten geprägt ist. Der Iran-Krieg sorgt bereits für Preisschwankungen und Lieferengpässe in Asien. Zudem hat China mit einer schwächelnden Binnenwirtschaft und gedämpfter Nachfrage zu kämpfen.
Die chinesische Regierung erkennt diese Probleme und arbeitet an einer langfristigen Normalisierung des Marktes, wie Kamieth erklärte.
Gleichzeitig ist China für BASF so wichtig, dass der Konzern bereit ist, sich den dortigen politischen Bedingungen anzupassen. So wurden Interviewinhalte mit chinesischen Politikern auf Wunsch der Behörden zensiert. Dies zeigt, wie eng die wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen sind.
Im Gegensatz zum Ausbau in China schrumpfen die Kapazitäten am BASF-Heimatstandort Ludwigshafen. Dort werden Anlagen stillgelegt, und Sparprogramme laufen. Das deutet auf eine strategische Verschiebung hin: Das Zentrum der Produktion und des Wachstums verlagert sich zunehmend nach China.
Langfristige Perspektive und Herausforderungen
BASF setzt darauf, dass sich die Investition in Zhanjiang langfristig auszahlen wird. Kamieth spricht von einem Zeitraum von zehn bis zwanzig Jahren, bis sich das Werk amortisiert hat. BASF muss in einem Markt mit zu viel Angebot bestehen und gleichzeitig neue Ideen und Nachhaltigkeit fördern.
In China dürfte die Nachfrage steigen, weil die Mittelschicht wächst und die Einkommen steigen. Das bietet Chancen, auch wenn der Wettbewerb hart bleibt. BASF sieht noch Luft nach oben, denn der Konzern ist in China mit einem Marktanteil von ein bis zwei Prozent vergleichsweise klein.
Dass BASF trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage in China investiert, zeigt die Bedeutung des Landes für den Konzern. Die deutsche Wirtschaft ist eng mit China verflochten – was auch in turbulenten Zeiten spürbar bleibt. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche betonte in ihrem Grußwort die Wichtigkeit stabiler und berechenbarer wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland und China.
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Mit dem neuen Werk in Zhanjiang zeigt BASF deutlich, dass es in China wachsen will, obwohl die Lage gerade schwierig ist. Wie sich das Investment in den kommenden Jahren entwickelt, wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell sich der chinesische Markt erholt und wie BASF seine Kosten im Griff behält.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.