140 Euro jährliche Dienstleistungskosten stehen der geplanten Abschaffung der festen Einspeisevergütung gegenüber. Eine Studie von Agora Energiewende, erstellt vom Fraunhofer ISE und am 30. Juni 2026 vorgelegt, zeigt, dass diese Kosten heute bei rund 140 Euro pro Anlage liegen und auf unter 50 Euro sinken müssten, damit die Direktvermarktung für kleine Dachanlagen tragbar bleibt. Betroffen sind vor allem Haushalte mit Anlagen bis 25 Kilowatt, die etwa 30 Prozent der installierten Photovoltaik-Leistung in Deutschland ausmachen. Die Umstellung würde für typische Vier-Personen-Haushalte jährliche Mehrkosten zwischen 185 und 333 Euro bedeuten. Agora empfiehlt deshalb eine Verlängerung der Übergangsfrist auf vier Jahre und kalkuliert Mehrausgaben von etwa 160 Millionen Euro im Jahr 2030.
Der Gesetzentwurf sieht einen zweijährigen Übergangszeitraum vor, dagegen fordert Agora Energiewende eine vierjährige Frist.
Die Analyse, die das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE im Auftrag von Agora Energiewende erstellt hat, bewertet die geplante Übergangsregelung der EEG-Novelle als zu knapp bemessen. Kernbefund: Dienstleister verlangen heute rund 140 Euro pro Jahr und Anlage für die Direktvermarktung von Solarstrom. Damit liegen die laufenden Kosten fast dreimal so hoch wie das von Agora errechnete Zielniveau von unter 50 Euro pro Jahr, das nötig wäre, um den Wegfall der festen Einspeisevergütung wirtschaftlich auszugleichen.
Betroffen sind vor allem private Haushalte mit kleinen Dachanlagen bis 25 Kilowatt. Dieses Segment repräsentiert aktuell circa 30 Prozent der deutschlandweit installierten Photovoltaik-Leistung. Agora und das Fraunhofer ISE rechnen vor, dass der Umstieg von einer festen Einspeisevergütung auf die Direktvermarktung die jährlichen Energiekosten für typische Vier-Personen-Haushalte in Bestandsgebäuden erhöht. Bei realistischem Eigenverbrauch entstünden Mehrkosten zwischen 185 und 277 Euro pro Jahr. Würde eine Nulleinspeisungs-Variante zugrunde gelegt, steigen die Mehrkosten auf 281 bis 333 Euro jährlich.
Die Studie macht deutlich, dass die Belastung je nach Verbraucherstruktur variiert. Haushalte mit Elektroauto oder Wärmepumpe können Teile des erzeugten Solarstroms selbst nutzen und sind damit weniger betroffen. Ohne solche zusätzlichen Verbrauchsprofile würden Photovoltaik-Batteriesysteme in vielen Fällen nicht mehr wirtschaftlich aufgehen, so die Autoren.
Drei zentrale Hürden für die Marktintegration
Die Untersuchung stützt ihre Schlussfolgerungen auf eine 20-Jahres-Kostenbetrachtung, in der Investitions- und Speicherkosten sowie Einnahmen und Reststromkosten annualisiert wurden. Daraus identifiziert sie drei strukturelle Hürden für die Markteinführung kleiner Anlagen: Erstens die derzeit zu hohen Dienstleistungskosten für die Direktvermarktung, zweitens das Fehlen standardisierter digitaler Schnittstellen zwischen Anlagen und dem Strommarkt sowie ein noch nicht flächendeckend ausgebautes Smart-Meter-Netz, und drittens unklare Umsetzungsfristen für Netzbetreiber.
Ohne diese Vorarbeiten, so die Studie, würden sich für viele Haushalte Photovoltaik-Batteriesysteme nicht mehr rechnen, was langfristig den Ausbau dezentraler Solarerzeugung bremsen könnte. Zudem warnt Agora davor, dass eine Nulleinspeisung systemweite Effekte haben dürfte, da weniger Solarstrom ins Netz eingespeist würde und damit der dämpfende Effekt auf die Börsenstrompreise verloren ginge.
Zur Bewertung der Übergangsfrist äußerte sich Julia Bläsius, Direktorin von Agora Energiewende Deutschland: "Mit Blick auf die erforderliche Kostenreduktion sind zwei Jahre zu knapp bemessen, um eine attraktive Direktvermarktung in der Breite zu schaffen." Auf dieser Grundlage empfiehlt Agora eine vierjährige Übergangsfrist, um einen Markteinbruch in dem Segment zu verhindern.
Die Studie benennt auch die fiskalischen Folgen einer solchen Verlängerung. Nach den Berechnungen von Agora würden zusätzliche vier Jahre fixer Einspeisevergütung für Neuanlagen im Jahr 2030 rund 160 Millionen Euro an Förderkosten nach sich ziehen. Zum Vergleich führt die Untersuchung an, dass derzeit jährlich rund 8 Milliarden Euro aus dem EEG-Konto in die Förderung aller Solaranlagen fließen, wobei der Löwenanteil dieser Mittel älteren Anlagen zugutekommt.
Als politische Handlungsfelder schlägt Agora drei Hebel vor: erstens Maßnahmen zur Kostenreduktion der Direktvermarktung, zweitens die Standardisierung digitaler Schnittstellen und drittens einen beschleunigten Ausbau von Smart Metern. Nur mit solchen Maßnahmen lasse sich nach Ansicht der Autoren eine wirtschaftlich tragfähige Direktvermarktung für das breite Segment kleiner Dachanlagen erreichen.
Die Analyse bezieht sich auf die bislang bekannten Elemente des EEG-Gesetzentwurfs und wurde am 30. Juni 2026 veröffentlicht. Sie liefert eine finanzielle Einordnung jener Reform, die eine größere Zahl kleinerer Anlagen in das Marktgeschehen zwingen würde und damit die Struktur der dezentralen Stromversorgung verändern könnte.
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Agora kalkuliert einen jährlichen Mehraufwand von rund 160 Millionen Euro im Jahr 2030. Entscheidend wird nun die parlamentarische Entscheidung zur EEG-Novelle sein, insbesondere ob der Bundestag die von Agora empfohlene vierjährige Übergangsfrist übernimmt.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.