Immer wieder landen SMS auf Smartphones, die angeblich von DHL stammen. Sie fordern Empfänger auf, eine angebliche Zusatzgebühr zu zahlen – mit verheerenden Folgen. Jetzt zeigen Recherchen: Hinter dieser weltweiten Betrugsmasche steckt ein Netzwerk, das von China und Hongkong aus operiert.

Ein globales Betrugsnetzwerk mit Millionen Opfern

Die Betrugsmasche ist einfach, aber funktioniert gut: Nutzer bekommen eine SMS, die sagt, ihr DHL-Paket könne nicht zugestellt werden, weil noch eine kleine Gebühr offen ist. Ein Link führt zu einer täuschend echten Fake-Seite, auf der die Opfer ihre Kreditkartendaten eingeben sollen. Das führt dann zu schlimmen Folgen. Statt der angegebenen wenige Cent werden oft mehrere hundert oder sogar tausende Euro abgebucht. In einigen Fällen leeren die Betrüger ganze Konten.

Lucy und Fabrice aus Berlin sind nur zwei von Hunderttausenden, die auf diese Masche hereingefallen sind. Sie erwarteten ein Tierfutterpaket. Nach der Eingabe ihrer Daten waren plötzlich über 1600 Euro von ihrem Konto verschwunden. Auch Christopher Bergmann, ein Berliner Grundschullehrer, verlor durch eine solche SMS knapp 250 Euro.

Die Technik hinter der Täuschung: „Magic Cat“

Hinter diesen gefälschten Webseiten steht eine chinesische Software namens „Magic Cat“. Sie bietet Vorlagen für Fake-Seiten von Unternehmen aus über 130 Ländern an – China ausgenommen. Warum? Weil die Betrüger offenbar kein Interesse haben, im eigenen Land Opfer zu machen. Die Software speichert jeden Zugriff auf die Fake-Seiten, auch die IP-Adressen von Nutzern und Betrügern.

Eine Datenbank, die mit „Magic Cat“ verbunden ist, enthält mehrere Millionen Einträge aus dem Zeitraum von Ende 2023 bis Mitte 2024. Darin sind nicht nur die Zugriffe auf die gefälschten Webseiten gespeichert, sondern auch persönliche Informationen der Betroffenen. Die Analyse dieser Daten zeigte ein klares Muster: Bevor die Betrüger ihre Phishing-SMS verschicken, testen sie die Fake-Seiten mit simplen Eingaben wie „Test“ oder „123456“, um sicherzugehen, dass alles funktioniert.

Die Spur führt nach China und Hongkong

Die IP-Adressen, die aus der Datenbank hervorgehen, zeigen, dass mehr als 300 der Betrüger von China oder der Sonderverwaltungsregion Hongkong aus operieren. Antonia Hmaidi, China-Expertin beim Mercator Institute for China Studies in Berlin, findet das wenig überraschend.

Sie geht davon aus, dass die Täter meist chinesische Staatsbürger sind, die innerhalb Chinas agieren.

Interessant ist, dass sich kaum Opfer aus China in der Datenbank finden. Das passt dazu, dass die Betrugssoftware keine Vorlagen für chinesische Unternehmen bietet. Vermutlich wollen die Kriminellen ihre eigenen Landsleute nicht betrügen. Ein Kontaktmann aus dem Netzwerk mit dem Pseudonym „X667788X“ sagte auf Nachfrage, dass die chinesische Polizei kaum eingreife, solange die nationalen Interessen nicht berührt würden. Wie viel Wahrheit hinter dieser Aussage steckt, lässt sich nicht abschließend klären.

Schwache Ermittlungen in Deutschland

In Deutschland haben Betroffene, die ihre Fälle bei der Polizei melden, oft wenig Hoffnung auf Aufklärung. Die Behörden stellen Ermittlungen häufig mit der Begründung ein, die Täter seien nicht ermittelbar. Das Bundeskriminalamt bestätigt, dass Fälle von SMS-Betrug zunehmend gemeldet werden, doch die internationale Dimension und die technische Verschleierung erschweren die Fahndung deutlich.

Die Ermittler stehen vor dem Problem, dass die Täter in einem Land agieren, das kaum kooperiert. Geldflüsse laufen über verschlungene Wege, und die Täter nutzen technische Tricks, um ihre Spuren zu verwischen. Die internationale Zusammenarbeit bei Cyberkriminalität hat sich zwar verbessert, doch mit China gibt es weiterhin große Probleme.

Ein lukratives Geschäft mit hohen Schäden

Der Schaden, der durch diese SMS-Betrugsmethode entsteht, wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. Hunderttausende Menschen weltweit sind betroffen, viele in Deutschland. Die Betrüger agieren wie ein organisiertes Netzwerk, das systematisch vorgeht und mit professioneller Software arbeitet. Man vergleicht das oft mit Drogenhandel, weil die Gewinne riesig sind und das Risiko für die Täter gering bleibt.

Weil die Masche seit Jahren läuft und die Täter aus einem Land kommen, das sie kaum verfolgt, haben Opfer und Ermittler es besonders schwer. Warnungen von Polizei und Verbraucherschutz werden regelmäßig veröffentlicht, doch die Zahl der Opfer steigt weiter.

Related Articles

Die Ermittlungen gegen das Netzwerk „Darcula“ und die Software „Magic Cat“ zeigen, wie komplex und global Cyberkriminalität heute ist. Solange es keine bessere internationale Zusammenarbeit und strengere Maßnahmen gegen Täter in China gibt, bleibt die Gefahr für Verbraucher groß. Bleibt die Frage: Wie lange noch kann dieser Betrug unbehelligt weiterlaufen?

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.