Kundinnen und Kunden von Trade Republic können künftig die An‑ und Verkaufspreise von 30 Börsen weltweit nutzen, darunter Xetra, Euronext, NYSE und Nasdaq. Das ist die direkte Reaktion auf das EU‑weite Verbot von Payment for Order Flow, das am 1. Juli in Kraft trat, und verlagert den Wettbewerb weg von Rückvergütungen hin zu Ausführungsqualität, Transparenz und Technikleistung. „Wir wollten das ewige Menetekel der Diskussion um die Handelsqualität hinter uns lassen“, sagte Mitgründer Christian Hecker und kündigte eine grundlegende Umstellung des Handelssystems an.

Die Produktänderung ist in der Tat umfangreich: Trade Republic führt einen Bestpreis-Algorithmus und ein aggregiertes Orderbuch ein, das in Echtzeit Geld- und Briefkurse verschiedener Handelsplätze zusammenführt. Nach Unternehmensangaben zeigt die App sowohl das globale Orderbuch als auch die Orderbücher einzelner Börsen, damit Nutzer Ausführungsqualität und Kursattraktivität eigenständig beurteilen können.

Technisch soll der neue Bestpreis-Algorithmus Preise über relevante, liquide Börsen aggregieren und Orders automatisch zum jeweils besten verfügbaren Kurs routen. Aber Trade Republic beschreibt das als Kern der Umstellung: Statt die Kundenzustellung an einen Market Maker zu monetarisieren, misst das Geschäftsmodell künftig an der Qualität der Ausführung und der Performance des Broker-Engineerings.

Das Unternehmen bietet zwei Ausführungsoptionen. Standardmäßig bleibt das bekannte Modell mit einer Abwicklungspauschale von einem Euro pro Trade bestehen, ergänzt um mögliche Fremdkosten und Spreads. Wer seinen Handelsplatz selbst wählen möchte, kann künftig eine sogenannte Direktpreis-Order platzieren; diese Option kostet zwei Euro pro Trade, unabhängig von der Ordergröße, und unterstützt Market-, Limit- und Stop-Orders.

Trade Republic stellt die Direktpreis-Orders als Angebot für aktivere Anleger dar, die Liquidität, Handelszeiten oder spezifische Börsenmerkmale gezielt berücksichtigen möchten.

Parallel zur Routing-Änderung führt Trade Republic ein Web-Terminal ein, das professionelles Charting, anpassbare Workspaces, Aktien- und Derivate-Screener, Portfolio-Analysen sowie Live-Marktdaten wichtiger Börsen bietet. Das Web-Terminal wird laut Unternehmen ohne zusätzlichen Aufpreis zur App angeboten und richtet sich an Kunden, die an der Grenze zum Profi-Investor handeln. Damit verschiebt sich das Produktspektrum vom reinen Einsteigerangebot hin zu Funktionen, die aktiven Tradern vertraut sind.

Hintergrund der Neuausrichtung sind veränderte Ertragsbedingungen: Das zuvor gängige Geschäftsmodell, bei dem Broker Rückvergütungen von Market Makern für Order-Flow erhielten, endete mit dem EU-Verbot von Payment for Order Flow, das am 1. Juli wirksam wurde.

Branchenweit fiel dadurch eine Einkommensquelle weg. Trade Republic bezeichnet die Systemumstellung als strategische Reaktion und als Investition in Ausführung und Features.

Die Umstellung umfasst damit Produkt-, Preis- und Infrastrukturänderungen: automatisches Bestpreis-Routing, ein sichtbares, aggregiertes Orderbuch, eine kostenpflichtige Direktpreis-Option für gezieltes Routing und ein neues, kostenfreies Web-Terminal für aktive Trader. Nutzer sollen so transparenter sehen können, wo ihre Orders ausgeführt werden und welche Kurse verfügbar sind.

Das Unternehmen verweist zudem auf seine Größe als Kontext für den Schritt: Trade Republic gibt an, bereits über zehn Millionen Kunden zu haben und mehr als 150 Milliarden Euro an Vermögen zu verwalten. Bei der letzten Finanzierungsrunde wurde das Startup mit mehr als 12 Milliarden Euro bewertet. Vor diesem Hintergrund erscheint die Investition in Trading-Infrastruktur und Ausführungsqualität als Skalierungsentscheidung, mit der Trade Republic eine neue Ertragsbasis etablieren will.

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Direktpreis-Orders kosten zwei Euro pro Trade, Best-Price-Orders bleiben bei einem Euro pro Order. Ursprünglich berichtet von n-tv.de.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.