99,78 Prozent der Fläche Deutschlands werden derzeit von mindestens einem 2G-Antennenstandort abgedeckt. O2 Telefónica hat dennoch angekündigt, sein 2G-Netz in der zweiten Jahreshälfte 2028 abzuschalten, nachdem die Deutsche Telekom und Vodafone bereits Abschaltdaten für 2028 genannt haben. Die Betreiber begründen den Schritt mit technischen und praktischen Gründen: 2G transportiere nur sehr geringe Datenmengen, sagte Mallik Rao, Technikchef von O2, und die Freigabe des Spektrums solle Kapazität für LTE und 5G schaffen. Konkrete Termine liegen bereits fest, unter anderem der 30. Juni 2028 bei der Deutschen Telekom und ein geplanter Stopp bei Vodafone im September 2028.
Fast lückenlose 2G-Abdeckung steht der Möglichkeit punktueller Funklöcher gegenüber, wenn Betreiber die Versorgung einstellen. O2 Telefónica begründet seine Entscheidung explizit technisch und praktisch: 2G, der alte GSM-Standard, könne nur sehr geringe Datenmengen transportieren und entspreche nicht mehr den Anforderungen von Streaming, mobilem Arbeiten und vernetzten Anwendungen, so Mallik Rao, Technikchef von O2. Die Betreiber sehen in der Abschaltung eine Möglichkeit, das freiwordende Spektrum für LTE (4G) und 5G zu nutzen und die Leistung dort zu erhöhen, "wo Menschen und Unternehmen sie jeden Tag brauchen", wie O2 es ausdrückt.
Warum die Netzbetreiber 2G abschalten
Aber Die Nachfolgetechnologie 3G wurde in Deutschland bereits 2021 abgeschaltet. Mit dem Ende von 2G wollen Netzbetreiber weitere Frequenzen umwidmen, um Kapazität und Durchsatz von 4G und 5G zu steigern. Die Netzbetreiber argumentieren, dass moderne Dienste und industrielle Anwendungen deutlich höhere Bandbreiten und geringere Latenzen benötigen als 2G liefern kann. Bei Vodafone gehört zur Strategie eine abgestufte Umsetzung: Vodafone plant die routinemäßige Abschaltung für September 2028, behält aber nach eigenen Angaben einen Teil des 2G-Spektrums bis 2030, damit bestimmte industrielle IoT-Anwendungen länger weiterlaufen können. Die Deutsche Telekom hat den 30. Juni 2028 als Abschaltdatum genannt. O2 hat die Einstellung seines 2G-Betriebs für die zweite Jahreshälfte 2028 angekündigt. 1&1 hatte laut Branchenangaben kein eigenes 2G aufgebaut, sodass Ende 2028 in Deutschland kein Betreiber mehr regulär 2G anbieten wird.
Für die breite Mehrheit der Kundinnen und Kunden dürfte die Abschaltung kaum spürbar sein. Die Bundesnetzagentur bilanziert, dass 2G-Antennen von mindestens einem Betreiber 99,78 Prozent der Fläche Deutschlands abdecken, 4G-Antennen 97,79 Prozent und 5G-Antennen 95,29 Prozent. Diese Flächenwerte sollen bis Ende 2028 weiter steigen. In der Praxis unterstützen die meisten aktuellen Smartphones LTE und 5G: Modelle, die ausschließlich 2G und 3G anboten, stammen überwiegend aus dem Jahr 2012, etwa das Galaxy S3 mini und das iPhone 5. Schon frühere Generationen wie das iPhone 6 oder das Galaxy S4 Mini enthielten LTE-Funk. Nutzerinnen und Nutzer mit modernen Geräten sehen deshalb auf dem Display Hinweise wie "LTE", "4G" oder "5G" und können in der Regel normal weiter telefonieren und surfen.
Problematisch wird es an Orten, an denen die Betreiber künftig weder 4G noch 5G ausbauen und wo 2G bisher als Minimalnetz diente. Dort, wo 2G bislang die letzte Verbindung für Anrufe und SMS ermöglicht hat, können nach der Abschaltung punktuelle Funklöcher entstehen. Netzbetreiber und Behörden schätzen das Risiko für die breite Bevölkerung jedoch insgesamt als begrenzt ein, räumen aber ein, dass in Einzelfällen Versorgungslücken bleiben können.
Besonderes Augenmerk verlangt die Industrie und das Internet of Things. 2G ist weiterhin in Gebrauch für bestimmte Sensoren, Alarmsysteme oder Feuermelder. Vodafone begründet seine Entscheidung, Teile des 2G-Spektrums bis 2030 zu halten, damit diese speziellen IoT-Anwendungen nicht in kurzer Frist ausfallen.
O2 sieht die Ankündigung auch als Signal an Firmen: Wer heute noch Geräte oder Anlagen mit 2G bestückt hat, sollte die Umstellung beginnen, um Ausfallrisiken zu senken und die Grundlage für künftige Anwendungen zu schaffen.
Für Besitzer sehr alter Feature-Phones bedeutet das Ende von 2G einen echten Einschnitt. Klassische Geräte wie ältere Versionen des Nokia 6310 oder einfache Seniorenhandys, die in manchen Neuauflagen weiterhin ohne LTE erschienen sind, verlieren nach der Abschaltung ihre Mobilfunkfunktion und sind ohne Hardwaretausch faktisch nutzlos. Für solche Geräte gibt es keine Softwarelösung; nur ein Austausch gegen ein LTE- oder 5G-fähiges Telefon stellt die Mobilfunkfähigkeit wieder her.
Auch bei Mobilfunkdiensten ist eine kurze Prüfung sinnvoll: Bei älteren Smartphones ist die Option für VoLTE oder 4G-Anrufe oft in den Einstellungen zu aktivieren, damit Anrufe über das moderne Netz laufen. Die Netzbetreiber betonen, dass die Freigabe des 2G-Spektrums die Kapazität für LTE und 5G erhöht und damit die Leistung in dicht genutzten Gebieten verbessert, "wo Menschen und Unternehmen sie jeden Tag brauchen", wie O2 formuliert.
Die Abschaltung wird regional unterschiedlich umgesetzt. Während die Deutsche Telekom und Vodafone feste Daten genannt haben, hält O2 den Zeitrahmen allgemein für die zweite Jahreshälfte 2028. Die abgestuften Pläne von Vodafone und die Nichtaufstellung von 2G durch 1&1 führen dazu, dass die Netzlandschaft am Ende des Jahres deutlich anders aussehen wird als heute: weniger alter Standard, mehr gebündelte Kapazität für moderne Netze.
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Nächster konkreter Meilenstein ist der 30. Juni 2028, genannt von der Deutschen Telekom.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.