Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta planen 2026 zusammen Investitionen von bis zu 725 Milliarden US-Dollar. Die Mittel fließen vor allem in Rechenzentren, Chips und Cloud-Infrastruktur. Quartalszahlen zeigen bereits hohe Erlöse, etwa bei Alphabet mit 109,9 Milliarden Dollar Umsatz und einem Nettogewinn von 62,6 Milliarden Dollar. Die Firmen erhöhen deshalb ihre Kapitalausgaben, reagieren auf starke Nachfrage nach KI-Diensten und auf steigende Preise bei Speicherchips und Energie.

Wohin das Geld geht

Die Tech-Konzerne stecken Milliarden in physische Infrastruktur. Rechenzentren, Server, spezielle Chips und Speicher stehen ganz oben auf der Liste. Analysten schätzen, dass allein zwischen 2025 und 2028 rund 2,9 Billionen Dollar in Chips, Server und Rechenzentrums-Infrastruktur fließen, sagte Morgan Stanley, wie Firmenangaben zeigen.

Für 2026 benennen Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta zusammen ein Ausgabenband von bis zu 725 Milliarden Dollar. Umgerechnet sind das etwa 620 Milliarden Euro. Meta erhöhte seine Prognose für Kapitalausgaben um zehn Milliarden Dollar auf nun 125 bis 145 Milliarden Dollar. Alphabet hob sein Ziel auf 180 bis 190 Milliarden Dollar an und deutete an, dass 2027 noch mehr Mittel folgen könnten, so Finanzchefin Anat Ashkenazi.

Amazon hatte zuvor eine Investitionsprojektion von rund 200 Milliarden Dollar genannt. Konzernchef Andy Jassy sagte, es handle sich um "eine Gelegenheit, wie es sie nur einmal im Leben gibt". Mark Zuckerberg, CEO von Meta, erklärte, er baue lieber Überkapazitäten bei Rechenzentren auf, als zu wenig zu investieren.

Erste Renditen: Umsatz- und Wachstumszahlen

Die teuren Wetten zahlen sich zum Teil bereits aus. Alphabet meldete für das vergangene Quartal einen Umsatz von rund 109,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Quartalsgewinn kletterte auf 62,6 Milliarden Dollar, nach 34,5 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.

Nachbörslich stieg die Alphabet-Aktie um mehr als fünf Prozent.

Googles Cloud-Geschäft wuchs zuletzt zweistellig. Die Cloud-Erlöse legten um gut 63 Prozent zu und erreichten rund 20 Milliarden Dollar im Quartal. Google teilte zudem mit, der Auftragsbestand im Cloud-Bereich sei von 240 Milliarden auf 460 Milliarden Dollar angewachsen. Das zeigt, dass Firmenaufträge für KI-Rechenleistung zunehmen.

Amazons Cloud-Sparte AWS verzeichnete das stärkste Umsatzwachstum seit 2022 mit einem Plus von 28 Prozent auf knapp 38 Milliarden Dollar im Quartal. Für die großen Anbieter bedeutet das: Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten erzeugt laufende Einnahmen, die Teile der hohen Investitionen stützen.

Kosten und Engpässe

Der Ausbau kostet aber viel mehr als nur Hardware. Die Preise für Speicherchips sind deutlich gestiegen. Ursache ist die starke Nachfrage nach KI-Anwendungen und die knappe Kapazität. Es gibt Engpässe bei Glasfaserkabeln, bei Strom- und Wasseranschlüssen für Kühlung, und bei freien Flächen für neue Rechenzentren.

Letztes Jahr gaben Microsoft, Alphabet, Meta und Amazon zusammen etwa 410 Milliarden Dollar für Investitionen aus. Für 2026 werden laut Zählung des Wall Street Journal noch einmal Hunderte Milliarden Dollar zusätzlich erwartet. All das treibt Inputkosten nach oben. Analysten warnen, dass die Unternehmen hohe Vorleistungen erbringen müssen, bevor die Renditen klar sichtbar sind.

Wie Investoren reagieren

Die Börse beurteilt die Ausgaben unterschiedlich. Nach der Anhebung der Capex-Spanne verlor Meta im nachbörslichen Handel mehr als sechs Prozent. Einige Anleger sorgten sich, dass die zusätzlichen Milliarden die kurzfristige Profitabilität drücken.

Bei Alphabet sah das Marktbild anders aus. Die Aktie legte um rund sieben Prozent zu, weil Anleger offenbar glauben, dass Google seine KI-Investitionen besser in Wachstum umsetzt. Die starken Werbeerlöse halfen dabei: Googles Werbeumsatz stieg um 15,5 Prozent auf 77,25 Milliarden Dollar im Quartal.

Die Unternehmen bauen KI-Funktionen direkt in ihre Produkte ein. Google hat KI-Features in die Suche integriert und verzeichnet damit einen Rekord bei Suchanfragen, sagte Sundar Pichai, CEO von Alphabet und Google. Pichai sagte weiter, KI "beflügelt jeden Teil des Geschäfts".

Die Integration der Modelle treibt die Nachfrage nach spezialisierter Rechenleistung. Firmen buchen langfristige Cloud-Kapazitäten, was sich im wachsenden Auftragsbestand der Cloud-Anbieter zeigt. Unternehmen kaufen nicht mehr nur einzelne Server. Sie buchen Pakete aus Rechenleistung, Speicher und Serviceleistungen für Machine-Learning-Workloads.

Lieferanten von Chips und Speicher profitieren direkt von der Investitionswelle. Höhere Preise und volle Orderbücher sind die Folge. Für Hersteller von Glasfaser, Kühltechnik und Transformatoren bedeutet der Ausbau neue Großaufträge. Gleichzeitig entstehen logistische Engpässe: Die Beschaffung von Land, Stromanschlüssen und genehmigungsfähigen Standorten wächst zu einer zentralen Hürde.

Die Folge ist ein verschobener Investitionsdruck in der gesamten Lieferkette. Mehr Produktion bei Halbleitern und mehr Bauprojekte für Rechenzentren stehen nun auf den Planungslisten der Zulieferer.

Trotz der positiven Zahlen bleibt die Frage offen, wie schnell sich die Ausgaben amortisieren. Einige Investoren fürchten, dass zu hohe Vorleistungen am Ende schwer zurückzugewinnen sind. Die Unternehmen selbst nennen jedoch starke Nachfrage und wachsende Cloud-Aufträge als Gegenargument.

Alphabet und andere Konzerne gehen davon aus, dass KI-Angebote künftige Einnahmequellen sind. Die Firmen versuchen, Investitionen in Wachstum zu verwandeln. Ob das in allen Fällen gelingt, wird an den Margen und dem Wachstum der Cloud- und Werbegeschäfte abzulesen sein.

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Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.