Donald Trump bezeichnete in Peking eine geplante Waffenlieferung an Taiwan als "sehr gute Verhandlungsmasse". Die Mai-2026-Begegnung zwischen Trump und Xi Jinping, bei der ein gemeinsamer Ausschuss angekündigt und eine Teilentspannung im Handelsstreit signalisiert wurde, stellt die Europäische Union vor drei konkrete Prüfsteine. Brüssel reagierte zurückhaltend: Die EU-Kommission begrüßt grundsätzlich weniger Handelsbarrieren, das Europäische Parlament mahnt jedoch zur Vorsicht bei Abhängigkeiten von seltenen Erden und Halbleitern. Als nächster Bezugspunkt ist die Fortsetzung bilateraler Gespräche zwischen EU-Vertretern und Peking vorgesehen.
Die Annäherung zwischen Washington und Peking wirkt auf den ersten Blick wie ein Schritt zur Beruhigung der weltweiten Handelsspannungen. Meine Lesart ist eine andere. Die Botschaft aus Peking ist nicht nur wirtschaftlich, sie ist politisch verflochten. Das zeigt schon, dass die US-Seite in Peking nicht nur über Zölle sprach, sondern auch über Taiwan. Präsident Donald Trump sagte, er habe Taiwan ausführlich mit Xi besprochen und nannte eine geplante Waffenlieferung an Taiwan "sehr gute Verhandlungsmasse". Solche Formulierungen verknüpfen Sicherheitsfragen direkt mit ökonomischen Zugeständnissen.
Warum die EU nicht bloßer Beobachter sein darf
Die EU betrachtet die Entwicklung pragmatisch. EU-Kommissionssprecher Olov Gill sagte, die Union kommentiere grundsätzlich keine Gespräche Dritter, fügte aber hinzu: "prinzipiell begrüßt die Europäische Union natürlich jede Entwicklung, die Barrieren für die weltweiten Handelsflüsse aus dem Weg räumt." Das ist eine diplomatisch wohlgesetzte Zustimmung. Sie signalisiert, dass ein Abbau von Zöllen für die EU Vorteile bringt. Zugleich betont Brüssel, dass politische Eigenständigkeit und wirtschaftliche Resilienz nicht verhandelbar sind.
Im Europäischen Parlament fiel die Tonlage deutlicher. Anna Cavazzini, Vorsitzende des Binnenmarktausschusses, warnte, Europa dürfe in dem Dreieck Trump, Xi, EU "nicht untergehen" und forderte Strategien zur Verringerung der Abhängigkeit von seltenen Erden. Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses, verlangte eine stärkere technologische Eigenständigkeit Europas, insbesondere im Bereich Halbleiter. Damit ist klar, was die EU als direkte Folge der US-China-Annäherung sehen muss: weniger Symbolpolitik und mehr Industriepolitik.
Drei konkrete Baustellen für Europa
Erstens, seltene Erden. China hat faktisch eine marktbeherrschende Stellung bei seltenen Erden, die in Motoren, Bildschirmen und anderen Komponenten benötigt werden. Diese Rohstoffabhängigkeit bleibt eine strategische Verwundbarkeit für die EU. Anna Cavazzinis Forderung nach einer Verringerung dieser Abhängigkeit trifft daher einen Kernpunkt der Sicherheitsökonomie.
Zweitens, Halbleiter. Bernd Lange fordert eine stärkere technologische Eigenständigkeit Europas, insbesondere im Bereich Halbleiter. Hier zeigt sich ein messbares Defizit. Eine Stanford-Analyse aus dem vergangenen Jahr wies etwa 40 leistungsfähige KI-Modelle den USA zu, rund 15 China und nur drei der gesamten EU, keines davon aus Deutschland.
Diese Zahlen dienen in Brüssel als Argument für industriefördernde Maßnahmen und gezielte Investitionen in Forschung und Produktion.
Drittens, Übernahmetritte und einzelne Firmenstreits. Zuletzt war der Chiphersteller Nexperia Teil eines bilateralen Streits, der vor Beginn weiterer Verhandlungen noch geklärt werden muss. Solche Fälle sind nicht rein ökonomisch. Sie wirken politisch und können Verhandlungen belasten, wenn sie ungelöst bleiben.
Gleichzeitig verfolgt China in Peking eine breitere geopolitische Linie. Staatschef Xi Jinping kündigte an, Peking werde eine konstruktive Rolle bei Bemühungen um eine Friedenslösung im Nahen Osten spielen und betonte die Achtung nationaler Souveränität.
Analysten werten solche Positionierungen als Teil eines chinesischen Bestrebens, eine multipolare Ordnung zu stärken und geopolitische Partner außerhalb der traditionellen westlichen Allianzen zu gewinnen. Für die EU heißt das, dass ökonomische Öffnungen mit politischen Neujustierungen einhergehen können.
Die Bilanz aus Brüssel ist darum doppelt: Eine Deeskalation zwischen den beiden größten Wirtschaftsmächten würde den Handel entlasten und Handelsbarrieren senken, sie wird aber auch die Dringlichkeit europäischer Maßnahmen zur Stärkung der eigenen Wirtschaftspolitik erhöhen. Die EU hat Ende 2025 mit China bereits Verhandlungen begonnen. Aber die in Peking angekündigte Einigung zwischen den USA und China kann die Verhandlungspositionen verändern. Brüssel will die Chancen nutzen, ohne strategische Schwächen zu verschärfen.
Politisch und ökonomisch bedeutet das ein einfaches Kalkül. Geringere Zölle sind kurzfristig vorteilhaft. Langfristig aber muss die EU die drei benannten Baustellen bearbeiten, wenn sie nicht zum Spielball größerer Mächte werden will. Das ist keine theoretische Debatte. Es sind konkrete Industrie- und Rohstofffragen, die jetzt auf Umsetzung warten.
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Der nächste konkrete Bezugspunkt bleibt die Fortsetzung der bilateralen Gespräche zwischen EU-Vertretern und Peking, in denen seltene Erden, Halbleiterfragen und Firmenübernahmen weiter verhandelt werden sollen.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.