83 Prozent der S&P-500-Unternehmen, die bereits Quartalszahlen vorgelegt haben, lagen über den Gewinnerwartungen; Analysten erwarten ein Gewinnwachstum von 27,8 Prozent im ersten Quartal im Jahresvergleich. Die Berichtssaison an der Wall Street läuft damit besser als erwartet. Der Nasdaq stieg am Freitag um 0,9 Prozent auf 25.114 Punkte, der S&P 500 legte 0,3 Prozent zu und erreichte 7.230 Punkte. Starke Tech-Zahlen und nachgebende Ölpreise haben zuletzt die Anlegerstimmung gestützt.

Tech-Quartalszahlen liefern die Impulse

Die Anleger haben zuletzt vor allem auf die Quartalszahlen der großen Technologiekonzerne geschaut. Apple gehörte zu den Profiteuren. Der Kurs zog an, nachdem der Konzern eine solide Umsatzprognose nannte und eine starke Nachfrage nach dem iPhone 17 und dem MacBook Neo vermeldete. Auch Atlassian war unter den positiven Überraschungen.

Der technologielastige Nasdaq profitierte davon. Er legte am Freitag 0,9 Prozent zu und schloss bei 25.114 Zählern. Für den Nasdaq und den S&P 500 war es die sechste Woche mit Zuwächsen in Folge. Das ist die längste Serie seit Oktober 2024.

Marktbeobachter werten die Daten als Beleg dafür, dass Investoren bereit sind, Kursgewinne in Technologiepapieren zu honorieren, wenn die Zahlen konkrete Fortschritte zeigen. "Die heutige Entwicklung ist das Sahnehäubchen auf einer weiteren soliden Woche für die Anleger, da die Berichtssaison weiterhin stärker ausfällt als erwartet", sagte Ryan Detrick, Chef-Marktstratege der Carson Group.

Wie weit übertreffen die Firmen die Erwartungen?

Bisher haben 314 Unternehmen des S&P 500 ihre Quartalszahlen veröffentlicht.

Nach LSEG-Daten lagen 83 Prozent über den Gewinnerwartungen. Das ist eine hohe Trefferquote.

Analysten gehen inzwischen von einem Gewinnwachstum von 27,8 Prozent für das erste Quartal im Jahresvergleich aus.

Solche Zahlen verändern die Einschätzung der Investoren. Sie zeigen, dass die massiven Ausgaben großer Tech-Konzerne, etwa für künstliche Intelligenz, nicht automatisch zu schwächeren Gewinnen führen. Vielmehr letten Anleger jetzt genauer auf Umsätze, Margen und die Rentabilität neuer Produktlinien.

Ölpreise, Geopolitik und Sektorwirkung

Parallel zu den Unternehmensdaten entlasteten sinkende Ölpreise die Märkte. Brent-Öl notierte zuletzt um 110 Dollar pro Fass, blieb damit aber hoch. Berichte über einen neuen Vorschlag Irans für Verhandlungen mit Washington sorgten für kurzfristige Entspannung an den Terminmärkten.

Tom Hainlin, Anlagestratege bei U.S. Bank Wealth Management, sagte, die Anleger versuchten einzupreisen, wie lange Angebotsstörungen dauern könnten. Die Ölmultis reagierten unterschiedlich: Exxon Mobil und Chevron schlossen im Minus. Chevron meldete zwar bessere Zahlen, verzeichnete aber den niedrigsten Gewinn seit fünf Jahren.

Marktbreite und historische Einordnung

Der S&P 500 erhielt zusätzlichen Rückenwind und verbuchte im April einen der stärksten Monate seit Jahrzehnten. Laut Auswertung verzeichnete der S&P 500 den zweitbesten April seit 1950. Das erhöhte die Aufmerksamkeit auf die Frage, ob die Rallye nachhaltig ist.

Gleichzeitig weisen historische Muster auf saisonale Unterschiede hin. Daten, die in Kommentaren zur Berichtssaison angeführt wurden, zeigen, dass die Monate Mai bis Oktober im Mittel deutlich schwächer ausfallen als der Winterhalbjahr-Abschnitt. Marktteilnehmer erinnern sich deshalb daran, dass starke Monate nicht automatisch starke Halbjahre bedeuten.

Die aktuelle Stärke dämpft nicht das Bewusstsein für Risiken. Bereits Anfang Februar sorgte ein KI-Tool von Anthropic für Turbulenzen im Tech-Sektor. Damals gerieten vor allem Datenanbieter und Anbieter von Analysewerkzeugen unter Druck. Die Aktien von Thomson Reuters fielen zeitweise deutlich.

Der Vorfall zeigte, wie sensibel manche Segmente auf technologische Veränderungen reagieren. Marktakteure diskutieren seit Monaten, ob hohe KI-Investitionen am Ende in deutlich höhere Gewinne münden. Der Februar-Einbruch war ein konkretes Beispiel für Gewinnmitnahmen und Umschichtungen, als Anleger kurzfristig Risiken neu bewertet haben.

Nicht alle Tech-Werte ziehen gleich stark. Plattformbetreiber mit klaren Abo-Modellen und hohe Margen fielen bislang positiver auf. Hersteller von Endgeräten profitierten, wenn Hardware-Absatz und Prognosen stabil blieben. Dagegen stehen Unternehmen, deren Geschäftsmodell stark auf externen Datenverkauf oder auf teuren Infrastrukturkosten beruht. Für sie bleibt die Frage offen, ob KI-Anwendungen die Margen spürbar verbessern.

Im breiteren Markt signalisieren die Indizes eine Verschiebung zurück zu risiko- und wachstumsorientierten Titeln. Der Dow Jones verlor am Freitag 0,3 Prozent und schloss bei 49.499 Punkten. Die Differenz in der Performance spiegelt die Sektorenrotation wider.

Professionelle Anleger kontrollieren aktuell Liquidität und Positionen. Einige Fonds haben Gewinne mitgenommen, andere haben Aufschläge in Sektor-ETFs verstärkt. Die Einschätzung von Research-Teams konzentriert sich auf Margenentwicklung, Ausgabendisziplin und die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten für neue Produkte.

Der Mix aus starken Quartalen und geopolitischer Nervosität führt zu selektivem Kaufverhalten. Anleger schauen mehr auf konkrete Zahlen als auf allgemeine Narrative. Das verändert die Marktbreite. Aktien mit klarer Profitabilität ziehen weiter Kapital an. Risikoreichere Wetten werden vorsichtiger gehandhabt.

Related Articles

Der S&P 500 schloss am Freitag bei 7.230 Punkten, der Nasdaq bei 25.114 Punkten.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.