Mehr als 20 Prozent der Videos, die neuen YouTube-Nutzern empfohlen werden, stammen laut einer Analyse von Kapwing aus minderwertigen oder KI-generierten Beständen. YouTube reagiert darauf mit einer deutlich verschärften, teilweise automatisierten Kennzeichnung: fotorealische oder stark manipulierte Clips erhalten seit Mai 2026 Hinweise direkt unter dem Videoplayer oder als Overlay bei Shorts. Die Plattform setzt neue interne Erkennungsmechanismen ein, die Videos auch ohne freiwillige Selbstauskunft automatisch als KI-generiert markieren können. Creators können Kennzeichnungen im YouTube Studio anfechten, gleichwohl bleiben bestimmte Markierungen bestehen, wenn Werke mit proprietären Tools erstellt wurden oder C2PA-Metadaten vollständige Generierung belegen.

Die Hinweise sitzen jetzt direkt unter dem Player, damit Nutzer sie ohne Scrollen sehen, weil YouTube eine Welle minderwertiger, massenhaft erzeugter Inhalte identifiziert hat.

Wie die neue Kennzeichnung funktioniert

YouTube zeigt künftig zwei unterschiedliche Sichtbarkeitsstufen für Kennzeichnungen: Bei offensichtlich fotorealistischen oder stark manipulierten Videos erscheint der Hinweis prominent unter dem Videoplayer oder als Overlay bei Shorts. Weniger realistische, animierte oder nur leicht bearbeitete Clips behalten die Kennzeichnung in der erweiterten Beschreibung. Ziel der Plattform ist laut eigener Darstellung, dass der Hinweis sofort sichtbar ist, auch wenn Nutzer die Seite nicht nach unten scrollen.

Technisch kombiniert die Plattform seit Mai 2026 freiwillige Offenlegungen von Uploadenden mit neuen internen Signalen. Diese automatischen Erkennungsmechanismen können Videos ein KI-Label verpassen, selbst wenn der oder die Uploadende den Einsatz von KI nicht meldet. Aber youTube nennt außerdem die Möglichkeit, C2PA-Metadaten zu nutzen: solche Metadaten verankern Informationen zur Inhaltsherkunft direkt in Mediendateien und können als Nachweis für vollständige Generierung dienen.

Creators, die eine automatische Kennzeichnung für unzutreffend halten, haben die Möglichkeit, die Entscheidung im YouTube Studio anzufechten. YouTube stellt klar, dass Ausnahmen nicht in jedem Fall rückgängig gemacht werden: Wenn ein Werk mit den eigenen Tools wie Veo oder Dream Screen erstellt wurde, oder die Mediendatei eindeutige C2PA-Metadaten enthält, bleibt die Kennzeichnung in der Regel bestehen.

Warum YouTube jetzt härter durchgreift

Die Maßnahmen sind eine direkte Reaktion auf das, was Branchen und Plattformen als "AI-Slop" bezeichnen: große Mengen automatisiert erzeugter Clips mit geringer inhaltlicher Substanz.

Kapwing kommt in seiner Untersuchung zu dem Ergebnis, dass mehr als 20 Prozent, in Einzelfällen bis zu einem Drittel, der Videos, die neuen Nutzern angezeigt werden, minderwertig oder KI-generiert sind. Für seine Analyse wertete Kapwing Aufruf- und Abonnentenzahlen von rund 15.000 populären Kanälen aus und kommt auf mehr als 63 Milliarden Views sowie 221 Millionen Abonnenten für solche Kanäle.

Die Studie schätzt das jährliche Umsatzvolumen dieser Kanäle auf rund 117 Millionen US-Dollar. In einer Testempfehlung mit einem Probeaccount ordnete Kapwing von den ersten 500 empfohlenen Kurzvideos 104 als KI-generiert und 165 als inhaltsleer oder minderwertig ein. Aus Deutschland bezifferte die Analyse rund 1,23 Milliarden Views auf KI-basierte Kanäle.

Diese Zahlen erklären, warum YouTube nicht länger allein auf freiwillige Offenlegung setzt.

Gleichwohl betont YouTube, dass eine Kennzeichnung keinen Einfluss auf Empfehlungen oder auf die Auslieferung von Werbung haben solle. Damit will die Plattform verhindern, dass Markierungen automatisch zu Reichweitenverlusten oder unmittelbaren Monetarisierungsnachteilen führen.

Parallel zur Kennzeichnung hat YouTube allerdings bereits andere Maßnahmen ergriffen. Nach Angaben aus Firmenkreisen gelten seit Juli 2025 verschärfte Monetarisierungsregeln im YouTube-Partnerprogramm: AI-slop-artige oder als "nicht authentisch" eingestufte Videos können von der Monetarisierung ausgeschlossen werden. Die Plattform hat außerdem begonnen, große Kanäle zu entfernen, deren Inhalte als repetitiv und KI-generiert klassifiziert wurden.

In einem Blogeintrag bezeichnete CEO Neal Mohan die Bekämpfung minderwertiger KI-Inhalte als Top-Priorität für 2026. YouTube setze verstärkt eigene KI-Systeme ein, um Spam, Wiederholungen und künstliche Inhalte automatisch zu erkennen und zu löschen.

Auch Dr. Moritz Holzgraefe von YouTube Deutschland verwies auf den Einsatz von maschinellem Lernen, um Desinformation zu filtern.

Für Uploadende bleiben die seit dem Frühjahr 2024 eingeführten Offenlegungspflichten für fotorealistische synthetische Inhalte in Kraft. Die aktuelle automatische Kennzeichnung ergänzt dieses Regelwerk und soll Lücken schließen, die entstehen, wenn Ersteller die Herkunft eines Clips nicht angeben.

Die Umstellungen sind schrittweise ausgerollt worden. YouTube begann mit der Einführung der neuen Platzierung der Hinweise ab Mai 2026, und die Plattform will die internen Signale und die Nutzung von C2PA-Metadaten weiter verfeinern, um Fehlkennzeichnungen zu reduzieren. Creators sollen über YouTube Studio weiterhin Einspruchsmöglichkeiten haben, was eine Balance zwischen automatischer Filterung und menschlicher Überprüfung herstellen soll.

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YouTube begann im Mai 2026 mit der Einführung und will seine internen Signale weiter verfeinern; Kapwing errechnete für die analysierten KI-Kanäle mehr als 63 Milliarden Aufrufe und schätzt ihr jährliches Umsatzvolumen auf rund 117 Millionen US-Dollar. Ursprünglich berichtet von Der Spiegel.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.