Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat als erste Bundesbehörde eine Datenanalyse-Software der französischen Firma ChapsVision erworben und damit faktisch eine europäische Alternative zu Produkten des US-Anbieters Palantir eingeführt. Behörden erklärten, ein Testlauf sei erfolgreich abgeschlossen worden und die Lösung sei einsatzbereit, unter anderem für Terrorismusbekämpfung und Spionageabwehr. Die Software verknüpft demnach Daten aus unterschiedlichen Datenbanken und nutzt KI-Methoden, um Beziehungen zwischen Datensätzen aufzudecken. Für die Bundesregierung ist das Teil einer breiteren Strategie, die Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen zu reduzieren.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz, kurz BfV, hat eine Analyseplattform der Pariser Firma ChapsVision erworben. Nach Angaben aus den Berichten wurde der Testbetrieb abgeschlossen und die Software als einsatzbereit beschrieben. Das BfV will das Programm künftig für operative Auswertungen verwenden, insbesondere in den Bereichen Terrorismusbekämpfung und Spionageabwehr.
Was die Software kann
Die ChapsVision-Software verknüpft Informationen aus verschiedenen Datenbanken und setzt Künstliche Intelligenz ein, um große Datenmengen zu analysieren und Verflechtungen zwischen Datensätzen aufzuspüren. Behördenangaben zufolge erlaubt das System, Beziehungen zwischen Personen, Ereignissen und Dokumenten visuell und algorithmisch zu erkennen, was operative Ermittlungen beschleunigen soll. Konkrete technische Benchmarks, Leistungswerte oder interne Testszenarien wurden von den Berichten nicht geliefert.
Zum Umfang des künftigen Zugriffs auf Daten, zur vertraglichen Laufzeit, zu Sicherheitsspezifikationen oder zu den Lizenzkosten gibt es ebenfalls keine detaillierten Angaben. Die Berichte verweisen darauf, dass die Behörde regelmäßig Marktsichtungen durchführe, nennen aber keine Zahlen zum Volumen der Beschaffung. Konkrete Rollout-Termine oder Preisangaben fehlen in den verfügbaren Informationen; die Software wurde jedoch als bereits angeschafft und einsatzbereit beschrieben.
Warum die Bundesregierung auf europäische Lösungen setzt
Hinter der Entscheidung steht eine politische Absicht, die digitale Souveränität zu erhöhen und die Abhängigkeit von US-Anbietern zu vermindern. Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung unter Staatssekretär Karsten Wildberger verfolgt demnach eine Strategie, vermehrt Open-Source- und europäische Lösungen zu fördern. Heise berichtet, Wildberger nenne als Ziel, mittelfristig eine konkurrenzfähige europäische Alternative zu Produkten wie Palantir aufzubauen. Für die Marktreife schätzt Wildberger einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren.
Das Ministerium plant zudem, den sogenannten IT-Planungsvorbehalt in der kommenden Haushaltsaufstellung konsequenter einzusetzen, um IT-Projekte stärker zu steuern, schreibt Heise weiter. In dem Kontext nennt die Meldung eine weitere Zahl: Die Bundesausgaben für Microsoft-Produkte sollen 2025 auf 481,4 Millionen Euro gestiegen sein.
Diese Angabe erscheint ausschließlich in Heise und ist damit einzelbelegt.
Gegnerinnen und Gegner von Beschaffungen bei US-Anbietern verweisen seit Jahren auf mögliche Fremdabhängigkeiten. Als Beispiel wird Palantir genannt, unter anderem wegen der Nähe zu US-Behörden und der prominenten Verbindung zum Investor Peter Thiel. Solche Bedenken werden in den Berichten als ein Argument für die Suche nach europäischen Alternativen genannt.
In Frankreich nutzt nach Informationen der Süddeutschen Zeitung bereits mindestens eine staatliche Stelle die ChapsVision-Software. Die Zeitung nennt ausdrücklich die DGSI als Nutzerin in Frankreich und berichtet außerdem, dass ChapsVision dem französischen Unternehmer Olivier Dellenbach gehört. Diese Angaben stammen ausschließlich aus der Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung.
Innerhalb Deutschlands setzen Polizeien und Landesbehörden in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen weiterhin auf Palantir-Varianten, wie die Berichte festhalten. Das BfV ist nach den verfügbaren Informationen die erste Bundesbehörde, die sich für eine europäische Alternative entschieden hat.
Die Bundeswehr hat bereits eigene Entscheidungen gegen Palantir getroffen. Der Inspekteur des Cyber- und Informationsraums, Thomas Daum, begründete die Ablehnung damit, dass das Betriebsmodell von Palantir es Industriebeschäftigten ermöglichen könne, auf nationalen Datenbestand zuzugreifen, was aus Sicht der Bundeswehr nicht akzeptabel sei. Stattdessen hat die Bundeswehr drei europäische Anbieter zur Evaluierung ausgewählt, namentlich Almato aus Stuttgart, Orcrist aus Berlin und ChapsVision aus Paris, und plant, die jeweiligen Softwarelösungen im Sommer 2026 zu testen.
Trotz der Übereinstimmung in der Hauptlinie liefern die Berichte keine einheitlichen Details zu Vertragssummen, Umfang des Datenzugriffs, technischen Benchmarks oder zur Preisstruktur. Diese Angaben fehlen in allen Quellen. Die Schnellverfügbarkeit der ChapsVision-Lösung für das BfV wird zwar mehrfach genannt, bleibt aber ohne begleitende Transparenz zu Prüfung und Auditierbarkeit der KI-Komponenten.
Datenschutzrechtliche Fragen sind in den Berichten zwar implizit präsent, werden aber nicht abschließend beantwortet. Ebenso fehlt ein ausführlicher technischer Vergleich zwischen ChapsVision und Palantir sowie belastbare Benchmarks zur Leistungsfähigkeit. Die Behörden verweisen auf interne Prüfungen und Tests, veröffentlichen jedoch keine geprüften Leistungsdaten.
Agenturen und Berichterstatter ziehen unterschiedliche Schlüsse aus den verfügbaren Informationen. Einige Darstellungslinien betonen die Bedeutung einer europäischen Technologiepolitik, andere verweisen vor allem auf offene Fragen bei Sicherheit, Kontrolle und Preisgestaltung. Alle Berichte sind sich darin einig, dass die Entscheidung des BfV einen Präzedenzfall markiert.
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Als nächster konkreter Schritt ist geplant, dass die Bundeswehr die drei ausgewählten europäischen Lösungen im Sommer 2026 testet und eine Vergabeentscheidung bis Ende 2026 trifft.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.